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Blaualgen können unter anderem Durchfall und Erbrechen auslösen. Deshalb ist das Baden in befallenen Seen verboten. - © picture alliance / dpa
Blaualgen können unter anderem Durchfall und Erbrechen auslösen. Deshalb ist das Baden in befallenen Seen verboten. | © picture alliance / dpa

Blaualgen breiten sich aus Schon 32 Badeverbote wegen Bakterien in diesem Sommer

13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 14:35 Uhr

Berlin (AFP). Der zweite Hitzesommer in Folge hat erneut zu zahlreichen Badeverboten an Seen wegen Blaualgenalarms geführt. Vom 1. Juli bis zum 12. August dieses Jahres wurde bereits an mindestens 32 Orten das Baden verboten, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Dienstag unter Berufung auf eigene Recherchen mitteilte. An 88 weiteren Stellen wurden demnach Warnungen ausgesprochen. Auch OWL ist bereits betroffen: Im Kreis Minden-Lübbecke ist der Badesee Lahde bei Petershagen zurzeit gesperrt. Die Algen könnten Giftstoffe bilden und das Verschlucken zu Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Benommenheit führen.  Im schlimmsten Fall verursachen sie Leberschäden. Auch Tiere wie Hunde und Schwäne sind gefährdet. Die Zahl der gesperrten Seen hatte sich schon im Hitzesommer 2018 mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr meldeten die Länder 47 Badeverbote wegen erhöhten Aufkommens an Blaualgenblüten - eine Zahl, die laut BUND vermutlich auch im laufenden Jahr wieder erreicht wird. Ökologisch kritischer Zustand der Seen "Blaualgen sind ein deutliches Zeichen, dass unsere Gewässer in einem ökologisch kritischen Zustand sind", erklärte die BUND-Expertin für Gewässerpolitik, Laura von Vittorelli. Grund für das erhöhte Aufkommen an Blaualgenblüten sein Überdüngung insbesondere infolge der industriellen Landwirtschaft plus Hitze. "Wir beobachten diese Entwicklung im zweiten Hitzesommer in Folge mit großer Besorgnis", betonte von Vittorelli. "Die konstant hohe Belastung kann zu einem Umkippen des Ökosysteme Sees führen." Die Bundesregierung habe es bislang nicht geschafft, den Eintrag von Gülle in Gewässer zu reduzieren. "Die bislang eingeleiteten Schritte im Düngerrecht reichen hierzu bei weitem nicht aus." Blaualgen stellen laut BUND eine nicht unerhebliche Gesundheitsgefahr für Menschen dar. Insbesondere Kleinkinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten demnach das Baden in belasteten Gewässern vermeiden.

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