Dem deutschen Wald geht es schlecht. Es könnte noch schlimmer werden. - © picture alliance / imageBROKER
Dem deutschen Wald geht es schlecht. Es könnte noch schlimmer werden. | © picture alliance / imageBROKER

Forst-Experte: Bei erneutem Hitzesommer Waldsterben wie in 80ern

11.06.2019 | Stand 12.06.2019, 06:15 Uhr

Frankfurt (KNA). Forstexperten warnen vor einer weiteren Zuspitzung bei den Schäden in den deutschen Wäldern. Diese litten nach dem Hitzesommer 2018 weiter unter Trockenheit und Schädlingsbefall, sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR), Georg Schirmbeck, der Frankfurter Rundschau.

Wassermangel im Boden noch nicht ausgeglichen

"Die Situation ist so dramatisch wie beim Waldsterben in den 1980er Jahren." Die Witterung in diesem Frühjahr habe bisher kaum Entspannung gebracht, denn die Niederschläge hätten bei weitem nicht ausgereicht, um das Wasserdefizit in tieferen Bodenschichten aufzufüllen.

Der Klimawandel und seine Folgen bedrohten die deutschen Wälder zunehmend in ihrer Existenz, warnte Schirmbeck.

Vertraute Landschaften könnten verloren gehen

"Das herrschende Klimaszenario könnte zum Verlust der Wälder und vertrauter Waldlandschaften führen." Der finanzielle Schaden des Dürrejahrs 2018 für die Waldbesitzer belaufe sich auf mehrere Milliarden Euro.

Nach Schätzungen des DFWR ist mehr als ein Drittel der eine Milliarde Neupflanzungen der letzten drei Jahre aufgrund der langanhaltenden Dürre vertrocknet. Allein die Nachpflanzung koste die Waldbesitzer über eine halbe Milliarde Euro, sagte Schirmbeck.

CO2-Speicherfunktion muss gestärkt werden

Er appellierte an Bund und Länder, die Finanzhilfen gerade für die Waldbesitzer mit kleineren Flächen zu erhöhen, die den Umbau in einen klimastabileren Wald allein nicht bewältigen könnten. Umweltschützer freilich fordern, höhere Hilfen an Bedingungen zu knüpfen, so die Zeitung weiter.

Die Waldbesitzer müssten verpflichtet werden, naturnah zu wirtschaften und tatsächlich nur standortangepasste Bäume zu pflanzen, sagte Greenpeace-Experte Christoph Thies der "Frankfurter Rundschau". Zudem müsse die CO2-Speicherfunktion der Wälder gestärkt werden. Die Waldbesitzer sollten gesunde Bäume erst später einschlagen, damit sie mehr Holzmasse bilden und damit zusätzlich Kohlenstoff aus der Atmosphäre einlagern können, sagte Thies.

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