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Eine Blumenwiese mitten in der Stadt: Uta Mangold, Madlyn Hermann, Rosemarie Kunow und Anna Luszek (v. l.) engagieren sich im Projekt Querbeet. - © Torben Gocke +49 160 966 411
Eine Blumenwiese mitten in der Stadt: Uta Mangold, Madlyn Hermann, Rosemarie Kunow und Anna Luszek (v. l.) engagieren sich im Projekt Querbeet. | © Torben Gocke +49 160 966 411

Detmold Nominiert für den Umweltpreis: Das Projekt Querbeet

Die Freiwilligen schaffen Lebensräume für Bienen und verschönern das Stadtbild Detmolds

22.10.2015 | Stand 22.10.2015, 08:27 Uhr

Detmold. Brachflächen gibt es in jeder Stadt, Detmold bildet hier keine Ausnahme. Das Projekt „Querbeet“ hingegen schon. Freiwillige haben sich in Detmold das Ziel gesetzt, auf Brachflächen Pflanzen blühen und Insekten leben zu lassen. Seit zwei Jahren ziehen sie mit Urban Gardening „ins Feld“.

Die Gruppe „Querbeet“ steht in Detmold für ein vielfältiges und bunt blühendes Stadtbild. Was genau das bedeutet, ist an prominenter Stelle im Stadtgebiet zu sehen. Um dem Bienensterben etwas entgegenzusetzen, haben die Freiwilligen, auch mit Unterstützung der Stadt Detmold, aus einem verwilderten Areal in kleinteiliger und ausdauernder Arbeit eine blühende Wildblumenwiese mit mehrjährigen Stauden erschaffen.

Bienen finden dort bei der Vielzahl von Nektar- und Pollenspendern einen idealen Futterplatz. Dieses kleine Fleckchen Erde wird täglich von Tausenden Autofahrern und Passanten wahrgenommen. „Wenn wir hier vor Ort arbeiten, dann passiert es uns eigentlich immer, dass man uns anspricht und wir Lob und Zuspruch erhalten. Die Menschen freuen sich, dass wir aus einem Schandfleck einen Hingucker gemacht haben“, erklärt die Projektmitbegründerin Rosemarie Kunow. „Dass wir so dem Bienensterben etwas entgegensetzen, gleichzeitig den Menschen eine Freude machen und an dieser Stelle mit unserer Arbeit gesehen werden, ist fantastisch.“ Schließlich stehe die blühende Wiese für die wesentlichen Aspekte des Projekts, sagt Kunow.

Vom Brainstorming zum Projekt

Erwachsen ist das Vorhaben 2013 aus der Initiative ?„B-wusst in Detmold“ der Peter-Gläsel-Stifung. Die Stiftung hatte damals dazu aufgerufen, Dialoge zu beginnen, die aktives Gestalten und ein neues Miteinander schaffen sollten, um die Lebensqualität in Detmold durch Engagement und Tatkraft zu verbessern. Ein Brainstorming, aus dem heraus schließlich „Querbeet“ entstanden ist.

Die Gründungsmitglieder haben so zueinandergefunden und erste Vorhaben entwickelt, etwa die blühende Wiese im Stadtkern, der mobile Garten mit Kräutern, Gemüse und Blumen, der in der vergangenen Saison im LWL-Freilichtmuseum zu sehen war, oder die Umgestaltung des Innenhofs der Detmolder Volkshochschule, wo ab Ende des Jahres ein Heilpflanzengarten entstehen soll.

Grüner Ideenreichtum

Darüber hinaus gibt es etliche weitere Ideen. „Alles, was die Stadt grüner und lebenswerter machen kann, kommt für uns in Frage“, fasst Kunow zusammen. Befeuert wird der Ideenreichtum von Querbeet besonders durch die heterogene Zusammensetzung der Gruppe.

In den Reihen der Freiwilligen sind verschiedene Disziplinen vertreten. So gibt es etwa einen Landschaftsgärtner, einen Förster, einen Biologen, einen Agraringenieur und eine Imkerin. „Das Fachwissen ist zwar eine willkommene Bereicherung für uns, aber keinesfalls Voraussetzung, um sich bei uns zu engagieren“, freut sich Kunow, die bis vor zwei Jahren an der Detmolder Hochschule für Musik tätig war. „Bei uns ist jeder willkommen, der sich einbringen möchte.“

Die Nominierten für den Umweltpreis auf einen Blick:


Information

Umweltpreis von Carolinen und NW

  • Der Umweltpreis von Carolinen und der NW wird am 27. Oktober in Bielefeld vergeben.
  • Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Das Erstplatzierte erhält 5.000, der Zweitplatzierte 3.000 und der Drittplatzierte 2.000 Euro.
  • Eine prominent besetzte Jury hat aus 118 Einsendungen aus ganz OWL zehn Umweltprojekte für den Preis nominiert.

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