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Startup- Story Vom Siggi in die Welt: Das Einrichtungs-Startup aus Bielefeld konkurriert mit Branchengrößen

Julia und Fynn Kastner sind die Gründer von „Fridælla“. Neben Vollzeitjob und zwei kleinen Kindern bauten sie ihren Möbel-Shop in kürzester Zeit auf. Die Töchter standen dabei Pate

Larissa Kirchhoff
28.11.2019 | Stand 29.01.2020, 12:34 Uhr
Julia (29) und Fynn (29) Kastner. - © Larissa Kirchhoff
Julia (29) und Fynn (29) Kastner. | © Larissa Kirchhoff

Bielefeld. Modern, preiswert und nachhaltig: Drei Komponenten, ganz im Stil der Gründer, bilden das Konzept des Bielefelder Möbel-Shops "Fridælla". Seit einem Jahr betreiben Julia (29) und Fynn (29) Kastner ihren eigenen Onlineshop mit rund 300 urbanen Wohnartikeln. Geplant war das nicht. Julia Kastner ist studierte Sozialpädagogin und KiTa-Leiterin, aktuell in Elternzeit. Fynn Kastner ist Geschäftsführer einer Handelsfirma.

Wo eigentlich gar kein Platz für noch mehr Aufgaben war, machte das Paar trotzdem kurzen Prozess. Ausschlaggebend dafür war der Rückblick auf einen Schweiz-Urlaub. Damals noch unverheiratet und kinderlos. „Da war ein zeitlos-schönes Ledersofa namens Rodeo. Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Das wollte ich haben", sagt Fynn Kastner. Das gestaltete sich aber nicht so einfach wie erhofft:

Auf der Suche nach „der einen Couch" und weiteren stylishen, preiswerten und nachhaltigen Produkten, bemerkten sie eine persönliche Marktlücke. „Was schön war, war meist teuer und was nachhaltig war, war oft nicht schön", erklärt der Gründer. Plötzlich ging alles ganz schnell.

Lange Abende vor den Laptops

Logo, Lieferanten, Website, Marketing: Für rund drei Monate hieß es für das Paar wortwörtlich - selbst und ständig. Neben Vollzeitjob und zwei kleinen Kindern verbrachten sie lange Abende vor ihren Laptops. Die Nächte waren kurz. Das Gestalten des Logos lag den beiden besonders am Herzen. "Fridælla" wird skandinavisch ausgesprochen und passt zum Stil der Wohnartikel.

Töchter Frida (3) und Ella (1) standen bei der Namensgebung Pate. - © Patrick Kruse
Töchter Frida (3) und Ella (1) standen bei der Namensgebung Pate. | © Patrick Kruse

Das Besondere: Der Name steht für die beiden Töchter der Gründer. Frida (3) und Ella (1) seien ausschlaggebend für ihr Interesse an nachhaltigen Möbeln gewesen. „Wir schaffen das hier alles nicht trotz, sondern auch wegen unserer Kinder. Sie sollen die gleiche Lebensqualität erleben, wie wir sie heute haben", sagt der Bielefelder.

Ein Nachhaltigkeits-Siegel (FSC) schmückt die Holzmöbel, die aus der Tischlerei ihres holländischen Lieferanten stammen und in ihrem Onlineshop verkauft werden. Auch das Leder einiger Sitzmöbel sei recycelt. Alles transparent, alles geprüft. Das ist den Gründern wichtig. Das wird auch durch ihren Außenauftritt deutlich. Wo wird eingekaut? Was sagen die Kunden? Was kommt als Nächstes? Auf Online-Kanälen wie Instagram und Facebook nehmen sie die Leute mit hinter die Kulissen ihres Startups.

Vom Siggi hinaus in die Welt

Heute hat Fridælla bereits Kunden in ganz Deutschland. Im Büro am Siegfriedplatz wird das Unternehmen aktuell weiter aufgebaut. Es sei die Idee, statt einer Vielzahl an Produkten, nur eine kuratierte Auswahl anzubieten, erklärt die Zweifach-Mama. Es sei die Idee, statt Massen an Produkten, nur bestimmte Produkte anzubieten.

Mit einer neuen Kategorie auf ihrer Website „Design by fridælla" haben sich die beiden Gründer bereits weiter ausgerichtet. „Interessierte Kunden können uns Fotos von einer Ecke schicken, die leer steht oder mit der sie unzufrieden sind – Budget und Wunschfarbe dazu. Dann überlegen wir, wie wir sie gestalten würden und schicken unsere Ideen", erklärt Julia Kastner.

Kunden-Wünsche für wüste Ecken

Das sei sehr interessant, da sie auch kreativ mitgestalten können. Inspiration für alle Ideen und Vorschläge sei durchweg ihr eigener Geschmack. „Wir verkaufen nur das, was wir uns selbst auch zuhause hinstellen würden", so der Gründer. Den Gedanken wollen sie weiter verfolgen.

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