"Tolle Idee": Präses Annette Kurschus und der koptische Generalbischof Anba Damian im Kesselhaus der ehemaligen Kaserne, das zu einer Kirche umgebaut wird. - © Burkhard Battran
"Tolle Idee": Präses Annette Kurschus und der koptische Generalbischof Anba Damian im Kesselhaus der ehemaligen Kaserne, das zu einer Kirche umgebaut wird. | © Burkhard Battran

Borgentreich Diakonie installiert in ZUE neue Betreuungsstelle

Landeskirche fördert Trauma-Projekt

Burkhard Battran
Eintrag in das goldene Buch der Stadt Borgentreich: Präses Annette Kurschus und Bürgermeister Rainer Rauch mit (hinten v. l.) Erzbischof Mattias Nayis, Kirchenrat Gerhard Duncker, Kirchenasylexperte Pfarrer Helge Hohmann, Koptenbischof Anba Damian und Oberkirchenrat Ulrich Möller. - © Burkhard Battran
Eintrag in das goldene Buch der Stadt Borgentreich: Präses Annette Kurschus und Bürgermeister Rainer Rauch mit (hinten v. l.) Erzbischof Mattias Nayis, Kirchenrat Gerhard Duncker, Kirchenasylexperte Pfarrer Helge Hohmann, Koptenbischof Anba Damian und Oberkirchenrat Ulrich Möller. | © Burkhard Battran

Borgentreich. Wer zu Besuch kommt und in guter Erinnerung bleiben will, bringt im Allgemeinen Geschenke mit. Gerade in der Weihnachtszeit. Daran hat sich auch die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus (52), gehalten, die gestern die zentrale Unterbringungseinrichtung in Borgentreich besucht hat.

Das größte Geschenk hatte sie in Form einer Förderzusage für die Diakonie Paderborn-Höxter dabei. "Die Landeskirche hat beschlossen, die Hälfte der Kosten für das Modellprojekt der Diakonie hier in der zentralen Unterbringungseinrichtung zu tragen", sagte Kurschus.

Die psychosoziale Betreuung von Flüchtlingen soll verbessert werden. Dazu soll in der Borgentreicher Flüchtlingsunterkunft für zwei Jahre eine Stelle für eine besonders geschulte Fachkraft installiert werden. Die Gesamtkosten für die Projektlaufzeit betragen 106.000 Euro. Mit 22.000 Euro wird außerdem der Kirchenkreis Paderborn das Vorhaben unterstützen. "Die Finanzierung für das erste Jahr ist damit bereits mehr als gesichert und wir können die nächsten Schritte angehen", sagte Diakonie-Vorstand Ingbert Koppermann. Es gibt unterschiedliche Angaben über die Zahl traumatisierter Flüchtlinge. Behörden schätzen den Anteil auf 30 bis 40 Prozent. Medizinische Fachstellen sprechen von einem Anteil zwischen 30 und 80 Prozent. "Fakt ist, dass es sich um eine große Dimension, von traumatisierten Menschen handelt, denen wir besser helfen wollen", betonte Koppermann.

Die Delegation der Landeskirche besichtigt die Zentrale Untebringungseinrichtung - © Burkhard Battran
Die Delegation der Landeskirche besichtigt die Zentrale Untebringungseinrichtung | © Burkhard Battran

An dem Besuch der Präses in Borgentreich nahmen neben zahlreichen Fachvertretern der Landeskirche auch die Bischöfe der syrisch-orthodoxen und der koptischen Kirche in Deutschland teil. Bistumssitz der syrisch-orthodoxen Kirche mit Erzbischof Mattias Nayis (38) ist das Kloster St. Jakob von Sarug in Warburg. Bei ihrem Besuch im Kreis Höxter hat Präses Kurschus auch das Koptenkloster in Brenkhausen besucht. Die koptische Kirche ist Eigentümerin des Kasernengeländes in Borgentreich, das derzeit vom Land zum Betrieb der Flüchtlingseinrichtung genutzt wird. "Wir bauen gerade das alte Kesselhaus zu einer ökumenischen Kirche um", erklärte Koptenbischof Anba Damian (60).

Das Gebäude war mit Schutt gefüllt gewesen. Die koptischen Christen haben den Raum ausgeräumt und Fenster eingesetzt. "Auch wenn es noch eine Baustelle ist, feiern wir hier dennoch jeden Samstag einen ökumenischen Gottesdienst für die Bewohner der Einrichtung", sagte Generalbischof Anba Damian. "Das ist wirklich eine tolle Idee, auf dem Gelände so eine Kirche zu verwirklichen", sagte Kurschus, die dem Koptenbischof eine Spende von 2.000 Euro für sein Projekt überreicht hat.

In der Einrichtung gibt es auch einen Kindergarten, der im Durchschnitt von 20 bis 40 Kindern besucht wird. Wegen eines Virus-Infekts auf der Anlage ist er zur Zeit geschlossen. Auch hier sollten Geschenke verteilt werden. Präses Kurschus: "Dann lassen wir die Sachen hier einfach stehen. Wenn die Kinder wiederkommen, finden sie eine schöne Überraschung vor."

Information

Zur Person

  • Annette Kurschus wurde am 14. Februar 1963 in Rotenburg an der Fulda geboren und ist im hessischen Obersuhl und in Siegen aufgewachsen.
  • Sie hat in Bonn, Marburg, Münster und Wuppertal Medizin und evangelische Theologie studiert.
  • Seit 2012 ist sie Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Vor einem Monat wurde sie auf der Synode in Bremen zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt

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