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GÜTERSLOH Pizarros Erfolgspferd aus Gütersloh

Bundesligastar hat mit seinem Teamkollegen Borowski ein Rennpferd in OWL

31.01.2012 | Stand 31.01.2012, 22:43 Uhr
Claudio Pizarro und Black Arrow mit Arbeitsreiterin Lisa Krüllmann vom Gestüt Ravensberg. - © FOTO: MARC RÜHL
Claudio Pizarro und Black Arrow mit Arbeitsreiterin Lisa Krüllmann vom Gestüt Ravensberg. | © FOTO: MARC RÜHL
Pizarros Erfolgspferd aus Gütersloh - © GÜTERSLOH
Pizarros Erfolgspferd aus Gütersloh | © GÜTERSLOH

Gütersloh. Immer wieder setzt er sich vor dem Tor durch. Er zieht ab, köpft, trifft. 13 Mal hat Claudio Pizarro in der laufenden Bundesliga-Saison für Werder Bremen bisher eingenetzt. Einen echten Treffer haben er und sein verletzter Teamkollege Tim Borowski auch neben dem Rasen gelandet – mit Black Arrow, einem dreijährigen Hengst. Trainiert wird der schwarze Pfeil, wie sein Name übersetzt heißt, von Andreas Wöhler, Chef des Gestüts Ravensberg in Gütersloh.

Mit der 24 hat der Gestütsstall jene Nummer, die Torjäger Pizarro (33) auch auf seinem Trikot trägt. Neben Black Arrow steht hier auch El Incaico, das zweite Pferd der Besitzergemeinschaft Pizarro-Borowski, das als "Spätentwickler noch etwas Zeit braucht", sagt Wöhler. Seit dem Frühsommer 2011 sind beide in der Hand des Meistertrainers und Pferdenochflottermachers.

Claudio Pizarro, Trainer Andreas Wöhler, Jockey Eduardo Pedroza und Tim Borowski (v.l.). - © FOTO: MARC RÜHL
Claudio Pizarro, Trainer Andreas Wöhler, Jockey Eduardo Pedroza und Tim Borowski (v.l.). | © FOTO: MARC RÜHL

Der Kontakt zum zweifachen Galopp-Trainer des Jahres kam über Pizarros Rennpferde-Manager. "Wir haben uns dann in Bremen getroffen", sagt Wöhler. Mit dabei war Borowski (31), den Pizarro offenbar mit seiner Leidenschaft angesteckt hatte: Der peruanische Nationalspieler und Pferdekenner hat in seiner Heimat eine Vielzahl weiterer Tiere. Schon Philipp Lahm, früher Teamkollege bei Bayern München, hatte sich beim schnellen Kollegen Renntipps geholt. Die Entwicklung seiner Pferde kontrolliert Pizarro seit Jahren übers Internet. Doch hin und wieder schaut er in Gütersloh vorbei, zuletzt nach dem Ende des Trainingslagers im türkischen Belek Mitte Januar. "Die Besitzer sind interessiert und wollen ihre Tiere sehen", sagt Wöhler. Vor allem vor dem Saisonstart erkundigten sie sich nach der Form.

Information
Fußballer mit Pferdeleidenschaft
  • Noch vor seinen beiden Angestellten, den Spielern Pizarro und Borowski, hatte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs ein Pferd in Gütersloh stehen: Winafortune.
  • Früher stand auch Belenus, Sieger des Deutschen Derbys 1999 in Gütersloh. Das Pferd gehörte einer 18-köpfigen Besitzergemeinschaft, der auch Fußball-Nationalspieler Didi Hamann angehörte.
  • Im Vergleich zu Ländern wie Frankreich und England – wo etwa die Nationalspieler Michael Owen, Wayne Rooney und Trainer Alex Ferguson Pferde besitzen – ist die Leidenschaft für Rennpferde unter deutschen Fußballern noch wenig verbreitet. (hko)

Am 21. August 2011 war Black Arrow beim Ascot-Renntag in Hannover zu seinem ersten Sieg gesprintet, geritten von Erfolgsjockey Eduardo Pedroza. Bei seinen bislang letzten Auftritten im November in Krefeld lief er bei drei Starts zu zwei Siegen und einem zweiten Platz. "Ein sehr gutes Pferd", sagt Wöhler. Bewähren muss sich Black Arrow nun in den Rennen der Dreijährigen. Sobald der Boden wieder aufgetaut ist, beginnt auf der Rennbahn das Training und die Vorbereitung auf die neue Saison mit einem ersten Start im April in Hannover und dem mit 800.000 Euro dotierten Italienischen Derby als einem Höhepunkt.

Wöhler selbst kennt sich auf der Reitbahn ähnlich gut aus wie im Bremer Fußballstadion. Schließlich verbindet ihn mit dem SV Werder eine lange Geschichte: Als Jugendlicher hat er hier zuerst gekickt, ehe er zur Leichtathletik wechselte und mit der 4-mal-100-Meter-Staffel einmal die Bremer Landesmeisterschaft holte. Seit langem ist er jedoch nur noch passives Mitglied. Zwischendurch wurde seine Mitgliedschaft ungewollt unterbrochen. Nach einem Umzug hatte er seine neuen Daten nicht mitgeteilt, so dass der Klub den Jahresbeitrag nicht abbuchen konnte. In einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Werder-Geschäftsführung, dem früheren Profikicker und Pferdenarren Klaus Allofs, "bin ich dann als Mitglied reaktiviert worden", sagt Wöhler.