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HARSEWINKEL / MÜNSTER Schwuler Schützenkönig darf schießen - aber ohne Partner an seiner Seite marschieren

Dirk Winter steht in Harsewinkel beim Bundeskönigsschießen alleine in der ersten Reihe

25.08.2011 | Stand 25.08.2011, 18:59 Uhr
Harsewinkels Schützenkönig Dirk Winter (lrechts) fährt zum Bundeskönigsschießen ohne seinen Königsgemahl Oliver Hermsdorf. - © FOTO: DPA
Harsewinkels Schützenkönig Dirk Winter (lrechts) fährt zum Bundeskönigsschießen ohne seinen Königsgemahl Oliver Hermsdorf. | © FOTO: DPA

Harsewinkel/Münster (lnw/nw). Der schwule Schützenkönig Dirk Winter aus Münster darf beim Bundeskönigsschießen in Harsewinkel (Kreis Gütersloh) schießen, sein Lebenspartner wird beim Umzug aber hinter Winter in der zweiten Reihe marschieren.

So sehe eine Absprache zwischen Winter und dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften aus, erläuterte Verbandssprecher Rolf Nieborg am Donnerstag.  "Das war aber keine Bedingung." Vielmehr habe der Dachverband sich mit dieser Bitte an Winter gewandt.

In einer Erklärung heißt es zu dem Punkt offiziell, Winter werde beim  in Harsewinkel "unterstützt durch seine Bruderschaft Sankt Wilhelmi".

Der Getränkehändler hatte im Juni in Münster-Kinderhaus den Vogel abgeschossen. Ermutigt von anderen Mitgliedern des Stadtteilvereins, hatte er seinen langjährigen Partner Oliver zur Schützenkönigin gemacht. Das hatte unter den Traditionsschützen eine große Debatte ausgelöst. Unter anderem hatte es Diskussionen darüber gegeben, ob  Winter mit seinem Freund bei Umzügen in einer Reihe marschieren sollte. Zeitweise hatten Äußerungen des Verbandes auch den Eindruck erweckt, Winter drohe die Disqualifizierung vom Bundeskönigsschießen. Das Geschehen hatte bei den Schwulenverbänden Empörung ausgelöst.

 Winter und der Schützenbund haben sich geeinigt. Die "christliche Ausrichtung des Bundes" und das "kirchliche Eheverständnis" seien "für alle Beteiligten Verpflichtung", steht in der Erklärung der Dachorganisation. Sie ist katholisch geprägt.