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BIELEFELD/DÜSSELDORF Initiative für Bio-Produkte

NRW-Landesregierung sieht vermehrten Bedarf / Ostwestfalen-Lippe soll Pilotprojekt erhalten

10.08.2011 | Stand 09.08.2011, 18:44 Uhr

Bielefeld/Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landesregierung will in der Region Ostwestfalen-Lippe ein Pilotprojekt zum Anbau und regionalen Vermarktung von Bio-Produkten starten. Das haben Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) und der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV), Franz Josef Möllers, gestern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Düsseldorf angekündigt. Vorgestellt wurde zudem eine groß angelegte Studie. Diese habe ergeben, dass das Marktpotenzial für Bio-Lebensmittel in NRW derzeit noch längst nicht ausgeschöpft sei. Von den etwa 1,46 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche werden in NRW bislang lediglich 68.000 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Mindestens weitere 36.000 Hektar müssten auf Öko-Anbau umgestellt werden, um den Bedarf an regional erzeugen Biolebensmitteln zu decken, sagte Remmel. Bei ökologisch erzeugtem Getreide, Gemüse, Obst, Eiern und auch beim Öko-Schweinefleisch gebe es "erheblichen Nachholbedarf". Auch wegen der jüngsten Lebensmittelskandale würden viele Verbraucher mehr Wert auf regionale Produkte, Transparenz und lokale Vermarktung legen.Etliche gute Beispiele für Öko-Landwirtschaft "Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn Landwirte ihre Chancen im Ökolandbau suchen", sagte Möllers. Die Impulse für den Ausbau müssten "vom Markt ausgehen und unterstützt werden". Es müsse aber sichergestellt sein, dass sich ein "ausreichendes Familieneinkommen" erzielen lasse. Nach Angaben von Uwe Spangenberg, Sprecher der NRW Landwirtschaftskammer, produzieren von den 40.000 Bauern in NRW lediglich etwa 2.000 nach streng ökologischen Prinzipien. Das heißt, dass sie zum Beispiel eine Kreislaufwirtschaft mit möglichst geschlossenen Nährstoffzyklen anstreben und ihre Tiere artgerechter als konventionelle Landwirte halten. Die Bereitschaft, auf ökologische Erzeugung umzustellen, sei noch zu gering, sagte Remmel. Sein Ministerium biete deshalb finanzielle Anreize für den Umstieg. Zwar gebe es in NRW bereits etliche gute Beispiele für Öko-Landwirtschaft, doch nun müsse es darum gehen, die vorhandenen Strukturen weiterzuentwickeln. Zu viele Öko-Produkte würden noch importiert, sagte Remmel Sprecher Wilhelm Deitermann. Man wolle daher die regionale Vermarktung intensivieren und heimische Öko-Produkte besser positionieren. Die gemeinsame Studie von Umweltministerium und WLV hat ergeben, dass vor allem in OWL bereits leistungsstarke Betriebe in der Öko-Landwirtschaft existieren.Besser Vernetzung der Wertschöpfungskette "Daher erscheint ein Regionalvermarktungskonzept innerhalb der Grenzen von Ostwestfalen-Lippe kurzfristig besonders erfolgreich umsetzbar", heißt es wörtlich . Auch mehrere Handelsketten in OWL hätten "konkretes Interesse geäußert, ein regionales Sortiment in ihren Filialen einzulisten". Das OWL-Pilotprojekt zum Anbau und regionalen Vermarktung von Bio-Produkten solle vor allem das Ziel einer "besseren Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette" verfolgen, sagte Deitermann. Man wolle "nichts in Konkurrenz zu vorhandenen Betrieben oder Marken treten, sondern diese "unterstützen und stärken". Mit dem Pilotprojekt werde in OWL "ein Regionalbüro eingerichtet". Auch eine "wissenschaftliche Begleitung" werde erfolgen. Weitere Details zu dem Projekt könne er aber noch nicht nennen, sagte Deitermann.

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