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Falls es in Bad Nenndorf Gegendemonstrationen gibt, wollen die Neonazis eventuell nach Bielefeld ausweichen. - © THEMENFOTO: DPA
Falls es in Bad Nenndorf Gegendemonstrationen gibt, wollen die Neonazis eventuell nach Bielefeld ausweichen. | © THEMENFOTO: DPA

BIELEFELD Bündnis gegen braunen Aufmarsch in Bielefeld

Aktionen gegen Neonazis geplant

05.08.2011 | Stand 05.08.2011, 09:20 Uhr

Bielefeld (indy). Gegen den für Samstag von 18 bis 22 Uhr angemeldeten Neonazi-Aufmarsch durch die Bielefelder Innenstadt hat sich ein breites Bündnis formiert. Gewerkschaften, Parteien, Kirchen und Vereine rufen zur friedlichen Gegendemonstration auf – auch wenn die Rechten gar nicht kommen sollten.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Bielefeld am Samstag zum Ausweichziel für rund 200 Neonazis werden könnte (die NW berichtete). "Die Hauptveranstaltung ist in Bad Nenndorf", erklärt Polizeisprecherin Sonja Rehmert. In der niedersächsischen Kleinstadt wollen die Neonazis am Samstag den "Opfern der alliierten ,Befreier‘", wie es in dem Aufruf zum "Trauermarsch" heißt, gedenken.

Abschlusskundgebung am Ostbahnhof

In Bad Nenndorf hatte die britische Armee nach dem Zweiten Weltkrieg ein Internierungslager betrieben, in dem Nazi-Kriegsverbrecher verhört wurden. Sollte der Aufmarsch von Gegendemonstranten gestört oder blockiert werden, wollen die Rechten auf Bielefeld ausweichen. In diesem Fall würden sie von 18 bis 22 Uhr vom Hauptbahnhof über Nahariya- und Herforder Straße, Brandenburger- und August-Bebel-Straße, Heinrich-, Wilhelm-Bertelsmann- und Bleichstraße zur Zwischenkundgebung an der Flachsstraße marschieren.

Von da aus ginge es zurück über die Bleichstraße zum Ostbahnhof, wo es eine Abschlusskundgebung geben soll. Das Motto der Demo lautet: "Straftätern die Räume nehmen – AJZ dicht machen".

Ob die Neonazis wirklich auf dieser Route marschieren werden, entscheidet sich im Laufe des Samstages. Fest steht bereits, dass es ab 16 Uhr eine Mahnwache am Denkmal für die deportierten jüdischen Menschen am Bahnhofsvorplatz sowie um 17 Uhr eine Kundgebung an der Pauluskirche geben wird, auf der auch Oberbürgermeister Pit Clausen spricht.

Marschieren die Neonazis tatsächlich durch Bielefeld, wird es ab 18.30 Uhr eine Demonstration zum Ravensberger Park geben. Klaus Rees, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, hofft auf eine breite Unterstützung: "Wir rufen alle Bielefelder dazu auf, den Nazis deutlich zu machen, dass sie in unserer Stadt nicht erwünscht sind."