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HÖXTER

Höxter würdigt Töpfers Lebenswerk

Zweiter Ehrenbürger der Nachkriegszeit

Klaus Töpfer erhält die Ehrenbürgerwürde in Höxter. | © FOTO: HOFFMANN-WITTENBURG

Klaus Töpfer erhält die Ehrenbürgerwürde in Höxter. | © FOTO: HOFFMANN-WITTENBURG

23.07.2011 | 23.07.2011, 11:52

Höxter (bat). Der Antrag war von allen im Rat vertretenen Parteien gemeinsam gestellt worden und alle hatten am Donnerstagabend im Rat der Stadt Höxter zugestimmt, dem ehemaligen Bundesumweltminister und UN-Exekutivdirektor Klaus Töpfer (72) die Ehrenbürgerrechte der Stadt Höxter zu verleihen.

"Wir möchten damit die großartigen Verdienste von Prof. Dr. Klaus Töpfer würdigen, der seit Jahrzehnten in vielfältigen Funktionen Großartiges für unser Land geleistet hat und dabei niemals vergaß, dass Höxter seine Heimatstadt ist", verlas Ratsherr Manfred Schelhorn die gemeinsame Erklärung.

Klaus Töpfer wurde am 29. Juni 1938 in Waldenburg in Schlesien geboren. Als Siebenjähriger kam er mit seinen Eltern als Vertriebener nach Höxter. Hier fand die Familie eine neue Heimat. Klaus Töpfer besuchte das König-Wilhelm-Gymnasium, machte Abitur, studierte Volkswirtschaften und wirkte von 1971 bis 1978 als Abteilungsleiter in der Staatskanzlei des Saarlands. Zudem erhielt er eine Professur in Hannover.

2006 Rückkehr nach Höxter

1978 ging das CDU-Mitglied in die Politik und wurde zunächst Staatssekretär. 1987 erfolgte seine Ernennung zum Bundesumweltminister. Von 1994 bis 1998 leitete Klaus Töpfer als Bauminister den Wechsel des Regierungssitzes von Bonn nach Berlin ein. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung 1998 wurde Töpfer Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. In dieser Aufgabe war er sechs Jahre lang in Nairobi.

2006 kehrte Töpfer nach Höxter zurück. Im März dieses Jahres übernahm er den Vorsitz in der von der Bundeskanzlerin einberufenen Ethikkommission des Bundes für eine sichere Energieversorgung.

"Klaus Töpfer ist in all diesen Jahren trotz weltweitem Einsatz Höxter treu geblieben. Wann immer es ihm möglich war, hat er Initiativen in Höxter unterstützt. Durch sein Bekenntnis zu Höxter war er ein Werbeträger für unsere Stadt weit über die Grenzen hinaus", heißt es in der Erklärung. Insbesondere würdigte der Rat, dass Klaus Töpfer sich auch heute noch für die Belange Höxters einsetze "Obwohl er nach wie vor in vielfältigen Engagements tätig ist, ist es ihm eine Herzensangelegenheit, den Weltkulturerbeantrag Corveys mit zu begleiten und ihn auch bei der UNESCO vorzustellen".

Festakt im Herbst

Klaus Töpfer hat am Freitag mitteilen lassen, dass er sich durch die Auszeichnung sehr geehrt fühle und die Ehrenbürgerschaft dankbar annehme. Im Herbst soll es einen offiziellen Festakt zur Verleihung geben. Klaus Töpfer ist nach dem Krieg erst die zweite Höxteraner Persönlichkeit, der die Ehrenbürgerrechte verliehen worden sind.

Vor ihm wurde nur dem Höxteraner jüdischen Künstler Jacob Pins (1917-2005) im Jahre 2003 die Ehrenbürgerrechte zuerkannt. Die Anregung, Klaus Töpfer die Ehrenbürgerschaft zuzuerkennen, war vom Heimat- und Verkehrsverein Höxter ausgegangen.

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