Dem Städtischen Klinikum in Gütersloh stehen weitreichende Veränderungen bevor, sowohl räumlicher als auch inhaltlicher Art. - © FOTO: NW
Dem Städtischen Klinikum in Gütersloh stehen weitreichende Veränderungen bevor, sowohl räumlicher als auch inhaltlicher Art. | © FOTO: NW

Gütersloh Klinikum Gütersloh investiert 30 Millionen Euro

Medizinisches Versorgungszentrum soll gegründet werden

06.04.2011 | Stand 06.04.2011, 17:09 Uhr

Gütersloh. Dem Städtischen Klinikum stehen weitreichende Veränderungen bevor, sowohl räumlicher als auch inhaltlicher Art. Bis 2018/2019 sollen rund 30 Millionen Euro in einen Um- und Ausbau investiert werden. Zweites Ärztehaus, Neubau einer Parkpalette, Abriss und Neubau des Altbestandes aus den 1930er Jahren sind Bestandteile eines baulichen Zielkonzeptes. Als nächstes steht allerdings ein anderes Projekt auf der Tagesordnung: Die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ). Hintergrund dafür ist vor allem die stark frequentierte Ambulanz der Gefäßchirurgie. "Wir wollen die Belastung künftig auf mehrere Schultern verteilen", sagte Klinikums-Geschäftsführerin Maud Beste auf Anfrage.Ohne MVZ droht Patientenverlust So soll der Wechsel an der Spitze der Abteilung für eine Umstrukturierung genutzt werden. War bisher allein Chefarzt Dr. Heinz-Otfried Altstaedt von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ermächtigt, Patienten in einer besonderen Sprechstunde auch ambulant zu behandeln, dürfen dies in einem MVZ auch andere Ärzte – sowohl des Klinikums als auch Angestellte der neuen Einrichtung. Ohne das MVZ droht dem Klinikum ein Verlust an Patienten. Denn die Wartezeiten betragen inzwischen bis zu drei Monate. Es sei nachvollziehbar, wenn das auf Dauer nicht akzeptiert werde und Patienten nach Bielefeld abwanderten, so Beste. "Das wollen wir vermeiden." Da aus diesem Grund noch im Juli das MVZ die Arbeit aufnehmen soll, muss der Zulassungsantrag in der Mai-Sitzung der KV behandelt werden. Bedingung ist, dass vorher der Stadtrat grünes Licht gibt. Die Bürgermeisterin hat daher für den 15. April zu einer Sondersitzung eingeladen.Mindestens zwei verschiedene Fachrichtungen Wie Beste weiter erläuterte, muss ein MVZ aus mindestens zwei verschiedenen Fachrichtungen bestehen. Daher soll hier auch die Praxis für Nuklearmedizin von Dr. Ulrich Buschsieweke angegliedert werden. Die Geschäftsführerin betonten, dem Klinikum gehe es keineswegs darum, mit eigenen ambulanten Angeboten den niedergelassenen Ärzten Konkurrenz zu machen. "Im Gegenteil, wir wollen sie als Gesellschafter der neuen GmbH stark mit einbinden." Unterdessen zeichnen sich auch Veränderungen am Klinikumsstandort Rheda ab. Den noch verbliebenen rund 60 Mitarbeitern, teilweise noch angestellt bei der Evangelischen Stiftung, sei angeboten worden, unter vollständiger Besitzstandswahrung in die Klinikums-GmbH zu wechseln. Wie die künftige Struktur in Rheda aussehe, lasse sich noch nicht genau abschätzen. Sicher sei aber, dass es dort auch künftig ein Minimum an ambulanten Behandlungen und Operationen geben werde, so Beste. Zurzeit sind in Rheda auch noch Abteilungen für Plastische Chirurgie sowie Allgemein- und Unfallchirurgie untergebracht. Der Standort Rheda sei zwar defizitär, aber nicht in dem Maß, dass akuter Handlungsbedarf bestehe, sagte die Geschäftsführerin. Durch die Schließung einer der drei Stationen habe sich die finanzielle Situation spürbar verbessert. Details zum Baukonzept verriet Beste noch nicht. Es gebe noch Abstimmungsbedarf, nach dem sich herausgestellt habe, dass der Altbau nicht wie geplant in zwei Abschnitten abgerissen werden könne. "Das heißt, wir müssen erst Ersatzräume schaffen." Der Trakt steht zwar in weiten Teilen leer. Jedoch sind hier noch unter anderem die Geburtshilfe und Gynokologie sowie die HNO-Abteilung untergebracht.

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