Hans-Hermann Gockel (Mitte) bei der Erstellung der Zeitungsseiten. Lokalchef Lothar Schmalen (links) und stellvertretender Redaktionsleiter Jörg Müller-Paulsen schauen ihm über die Schulter. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Hans-Hermann Gockel (Mitte) bei der Erstellung der Zeitungsseiten. Lokalchef Lothar Schmalen (links) und stellvertretender Redaktionsleiter Jörg Müller-Paulsen schauen ihm über die Schulter. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

BIELEFELD Hans-Hermann Gockel für einen Tag NW-Lokalchef

Ein Fernseh-Mann in der Zeitungsredaktion

Bielefeld. Überall in Ostwestfalen haben sich die Lokalredaktionen der Neuen Westfälischen auf ein Experiment zum 200. Geburtstag eingelassen: Künstler, Bürgermeister, Ärzte, Fernsehmacher, Kirchenleute haben sich in die Chefsessel gesetzt und die Zeitung aus ihrer Sicht gestaltet. Der Blick von außen, so hat sich gezeigt, unterschied sich oft gar nicht so sehr von dem der Zeitungsprofis – über viele Texte, Rechercheansätze, Kommentare war man sich schnell einig. Zum Teil setzten die Gast-Chefs auch ganz eigene Schwerpunkte: In Löhne gestaltete Künstler Ralf Witthaus eine Seite mit handschriftlichen Texten; in Paderborn initiierte Sternekoch Elmar Simon eine Aufmachung über Bio-Gemüse; in Lübbecke berichtet Klinik-Chefarzt Michael Fantini selbst über die Entwicklungen in der Telemedizin. Zusammen haben sie geholfen, eine vielfältige, überraschende NW zu produzieren. Er sieht den Lokalteil seit Jahrzehnten mit den Augen des Lesers und ist dennoch absoluter Experte. Hans-Hermann Gockel (57), aus Bielefeld stammender Nachrichten-Mann von Sat1 und n24, war gestern für einen Tag Leiter der NW-Lokalredaktion Bielefeld. Er hat den Lokalteil der heutige Jubiläumsausgabe der Neuen Westfälischen maßgeblich mitgestaltet.Pionier des Privatfernsehens Hans-Hermann Gockel ist ausgebildeter Zeitungsredakteur und Mann der ersten Stunde im Privatfernsehen. Seit 1984 war er für die Bielefelder Firma "Teutotele" bei den Sendern Sat 1 und RTL tätig, 1987 wechselte er in die Sat-1-Nachrichtenredaktion, moderierte zunächst das neu gegründete "Sat-1-Frühstücksfernsehen". Später leitete er unzählige Folgen des Reportagemagazins "Menschen in Lebensgefahr". Seit August 2004 ist Gockel, der in Dornberg lebt, Nachrichtenmoderator beim Kanal n24, der lange ebenfalls zur Pro7/Sat-1-Gruppe gehörte und vor kurzem von einer Investorengruppe um den früheren Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust gekauft wurde. Ab Ende dieses Jahres will Gockel als freier Autor und Produzent für verschiedene Fernsehsender arbeiten. "Ein guter Lokalteil muss vor allem visuell überzeugen und Emotionen ansprechen", sagte Gockel in der Redaktionskonferenz gestern Mittag: "Und der Aufmacher muss eine Geschichte sein, die alle Leser interessiert." Deshalb entschied er, dass die Geschichte über die beiden jungen Frauen, die von einem Mann mit Geld abhängig gemacht wurden, die Titelgeschichte des heutigen Lokalteils sein müsse. "Wird gemacht, Chef!", hieß es aus der Runde.

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