Der neue Obermarktpassagen-Eigentümer Secur hat gestern Insolvenz angemeldet. Damit dürfte sich der Sanierungsstillstand in der Einkaufspassage in die Länge ziehen. - © MT-Foto: Manfred Otto
Der neue Obermarktpassagen-Eigentümer Secur hat gestern Insolvenz angemeldet. Damit dürfte sich der Sanierungsstillstand in der Einkaufspassage in die Länge ziehen. | © MT-Foto: Manfred Otto

MINDEN Obermarktpassage: Eigentümer stellt Insolvenz-Antrag

Einzelhandelsverband und Stadt Minden fürchten langen Baustillstand

Minden (mt). Der Eigentümer der Mindener Obermarktpassage, die Wiesbadener Secur Verwaltungs GmbH, hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt. Eine entsprechende Information hat Secur-Geschäftsführer Roland Dangel nach Informationen des Mindener Tageblatts telefonisch bei der Stadt Minden hinterlassen. Am Donnerstagmittag bestätigte die Insolvenzabteilung beim zuständigen Amtsgericht Wiesbaden, dass der Antrag eingegangen ist. Secur-Geschäftsführer Dangel war auch weiterhin nicht für eine Stellungnahme zu der Obermarktpassagen-Pleite zu erreichen. Die Hoffnung auf eine Verbesserung der Einzelhandelssituation am Obermarkt sei durch den Baustopp in der Einkaufspassage, mit deren Sanierung vor zwei Monaten begonnen wurde, stark erschüttert worden. Diese Ansicht vertritt der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Minden (EHV), Fritz Drabert, nach Bekanntwerden der massiven Zahlungsschwierigkeiten des neuen Passageneigentümers, der 13 Millionen Euro in die Sanierung des 25 Jahre alten Einzelhandelsobjektes investieren wollte. "Eine funktionierende Obermarktspassage ist überlebenswichtig für eine funktionierende Obermarktstraße", betonte Drabert. Die Anlieger hätten die Folgen des schleichenden Niederganges der Obermarktpassage in den vergangenen Jahren erlebt. "Wir hatten daher die Hoffnung, dass die Obermarktpassage jetzt in starken Händen ist und ein zukunftsfähiges Konzept findet." Sollte es tatsächlich zu der Insolvenz kommen, müsse man sich für einen längeren Zeitraum auf Stillstand einrichten, bedauerte der EHV-Vorsitzende. Die Situation der Objekte Hertie an der Bäckerstraße und Wehmeier am Scharn bestätigten diese Ansicht.Negative Folgen für das Quartier Um so erfreulicher sei es, dass mit MWM und dem Team um den ehemaligen Hertie-Geschäftsführer Manfred Knapperzbusch im ehemaligen Haus Becker am Markt wieder ein neues Geschäft eröffne, sagte Fritz Drabert. Auch hinsichtlich des Hauses Wehmeier zeichne sich ab, dass sich dort etwas bewegen könnte, nachdem der Pachtvertrag mit der Kepa-Immobiliengesellschaft nun möglicherweise doch eher auslaufe als erwartet. Bei der Stadt Minden zeigte man sich gestern überzeugt, dass die wegen der Obermarktpassagen-Pleite fehlende Aufwertung des Obermarktes negative Folgen für dieses Quartier haben werde. "Wir können nur hoffen, dass es sich um einen vorübergehenden Stillstand in der Obermarktpassage handelt", erklärte der städtische Bau-Beigeordnete Klaus-Georg Erzigkeit gestern gegenüber dem Mindener Tageblatt. Erschwerend auf die aktuelle Obermarktsituation wirkten sich zudem die Folgen des Brandes im Haus Obermarktstraße 9 aus. Da das stark beschädigte Gebäude habe gesichert werden müssen, wirke der um die Fassade gezogene Sicherungszaun wie eine Vollsperrung der Straße. Im Zusammenhang mit der Obermarktpassagen-Pleite sei das fatal. Erzigkeit: "Wir sind bemüht, die Folgen der Brandproblematik schnell zu klären, sodass der Absperrzaun zurückgenommen werden kann."

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