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BAD DRIBURG Homosexueller Pfarrer suspendiert

22.03.2010 | Stand 22.03.2010, 16:24 Uhr

Bad Driburg/Paderborn (lnw). Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat einen homosexuellen Pfarrer suspendiert. Der 41-Jährige aus Bad Driburg (Kreis Höxter) habe dem Erzbischof am Montag gestanden, eine Homosexuellen-Homepage im Internet zu betreiben, sagte Bistums- Sprecher Ägidius Engel und bestätigte damit Medienberichte. Mit der Amtsenthebung sei eine Rückkehr in eine Gemeinde ausgeschlossen, betonte Engel. Der Erzbischof erstattete Anzeige. Die Staatsanwaltschaft Paderborn prüft nun einen strafrechtlichen Anfangsverdacht.

Demnach soll der Mann zudem in Dortmund Homosexuellen- Partys veranstaltet und "Workshops" organisiert haben. Dabei sei Teilnehmern der "richtige Umgang mit dem Rohrstock" beigebracht worden. Engel wollte dies nicht bestätigen. Es habe Ende Februar einen Hinweis gegeben. Darin sei von diesen Vorwürfen die Rede gewesen. Zu dem Zeitpunkt habe die Staatsanwaltschaft bereits recherchiert.

Der Paderborner Oberstaatsanwalt Horst Rürup sagte, eine solche Homepage zu betreiben sei an sich natürlich nicht strafbar. Für eine verlässliche Prüfung des Sachverhalts solle aber der namentlich bekannte Hinweisgeber vernommen werden. Dies werde sicherlich einige Wochen dauern.

Unterdessen sorgt ein weiterer katholischer Geistlicher im Bistum für Wirbel. Ein Pfarrer aus dem siegerländischen Wilnsdorf habe sich wegen einer intimen Beziehung zu einer minderjährigen Messdienerin selbst angezeigt, sagte Engel. Er sei "entpflichtet" worden. Ein Sprecher der Siegener Staatsanwaltschaft, sagte, derzeit werde geprüft, ob es sich um einen Missbrauch Schutzbefohlener handeln könnte. Die 17 Jahre alte Messdienerin selber habe keine Anzeige gewollt.

Der 45 Jahre alte Pastor hatte zunächst in der vergangenen Woche dem Generalvikariat in Paderborn die Beziehung zu der 17-Jährigen offen gelegt. "Er hat um eine Auszeit gebeten, um zu prüfen, ob er auch weiterhin als Geistlicher tätig sein kann", sagte ein Bistumssprecher. Das Bistum habe ihm zudem geraten, sich selbst anzuzeigen.

In einer persönlichen Erklärung bat der 45-Jährige seine Gemeinde um Verzeihung. Er habe Schuld auf sich geladen und andere verletzt. "Man wird über mich und die Kirche viel Schlechtes reden und manche werden sich sogar darüber freuen." Die Verantwortung für diesen Fall liege ganz allein bei ihm, unterstrich der Mann.