BIELEFELD Vorstand der jüdischen Gemeinde angeklagt

Bielefeld (lnw). Der Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld muss sich wegen des Verdachts der Untreue vor dem Amtsgericht verantworten. Die Anklage wirft ihnen vor, 23.870 Euro aus der Gemeindekasse veruntreut zu haben, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart am Mittwoch. Sie hätten sich diverse Male Geld auf ihr Privatkonto überwiesen, obwohl dazu ein Beschluss der Gemeinde notwendig gewesen wäre. Beide Beschuldigten streiten die Vorwürfe ab. Die Anzeige kam von zwei Gemeindemitgliedern. Weiter Vorwürfe wie angeblich unberechtigte Reisen nach Israel seien nicht zur Anklage gebracht worden. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. In der jüdischen Gemeinde Bielefeld schwelt seit Jahren ein Streit. Im Februar 2008 waren die beiden jetzt beschuldigten Vorständler abgewählt worden. Sie erhoben aber Einspruch. Das Schiedsgericht beim Zentralrat der Juden in Deutschland habe die Wahl daraufhin nicht anerkannt, sagte Irith Michelsohn, eine der Beklagten, auf Anfrage. Im Juni 2009 sei sie zusammen mit dem ebenfalls beschuldigten Paul Adam im Amt bestätigt worden. "Man versucht uns immer wieder anzuschwärzen", sagte Michelsohn.

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