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Die Schüco-Arena am 3. Mai 2008. - © FOTO: DDP
Die Schüco-Arena am 3. Mai 2008. | © FOTO: DDP

Arminia-Ordner soll erstmals über Attacke im Gästeblock aussagen

Prozessauftakt gegen Hooligans

VON JENS REICHENBACH
22.04.2009 | Stand 14.04.2010, 15:46 Uhr

Bielefeld. Der menschenverachtende Angriff dreier Bochum-Fans auf den 35-jährigen Stadion-Ordner Radenko Radic im Gäste-Block der Bielefelder Schüco-Arena (die Neue Westfälische und nw-news.de berichteten) hat im Mai 2008 bundesweit für Aufsehen gesorgt. An diesem Freitag um 9 Uhr – fast zwölf Monate nach dem Vorfall – stehen sich Opfer und Täter erstmals wieder gegenüber. Vor der III. Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts .

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Angeklagten – Thomas D. (19) und Janine B. (21) aus Bochum sowie Daniel H. (21) aus Werl – vorsätzliche und gefährliche Körperverletzung vor. Weil der 35-jährige Ordner damals den Werfer eines Kanonenschlags (Daniel H.) festhalten wollte, sei zunächst Thomas D. auf den Arminia-Angestellten losgegangen. Anschließend sei Janine B. von einem Wellenbrecher auf Radic gesprungen, zuletzt habe H. mehrfach auf den Ordner am Boden eingetreten. Radic erlitt damals massive Kopf- und Kieferverletzungen.

Gleich zum Prozessauftakt ist der damalige Arminia-Ordner als einer von mehr als 20 Zeugen geladen. Erstmals soll er dann öffentlich über die Ereignisse im Stadion berichten. Angesichts seines anhaltend schlechten gesundheitlichen Zustands bezweifelt Radics Rechtsanwalt Holger Rostek, dass die wenigen Erinnerungen des 35-Jährigen sehr zur Aufklärung des Falls beitragen werden. Rostek kündigte indes die Eröffnung eines Zivilprozesses gegen die drei Angeklagten und Arminia Bielefeld als haftendem Veranstalter an. Er fordert insgesamt 100.000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld.