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Vorsorge: Eine Untersuchung beim Augenarzt. - © ZVA
Vorsorge: Eine Untersuchung beim Augenarzt. | © ZVA

Welttag des Sehens Hohe Handynutzung verschlechtert die Augen

Experten der Weltgesundheitsorganisation warnen. Besonders in Asien steigen die Zahlen rasant, hierzulande gibt es jedoch kaum genaue Zahlen

Lukas Brekenkamp
10.10.2019 | Stand 10.10.2019, 12:51 Uhr

Bielefeld. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert: Mehr Menschen auf der Welt werden schlechte Augen haben. Passend zum „Welttag des Sehens" am Donnerstag hat die Organisation einen Bericht veröffentlicht. „Im übertragenen Sinne kann man von einer Epidemie sprechen", sagt Oberarzt Robert Finger. Er ist Professor für Augenheilkunde an der Uniklinik Bonn und Experte der Deutschen Ophthalmologische Gesellschaft. „Vor allem in Asien gibt es immer höhere Zahlen." Grund dafür sind laut WHO Veränderungen in der Lebens- und Arbeitsgewohnheit der Menschen. Zum einen wachse der Anteil der Menschen mit Sehbeeinträchtigungen durch die höhere Lebenserwartung. Zum anderen trage die neue Technik zu dieser Entwicklung bei: Die Zeit am Handy, vor dem Fernseher oder dem Computer mache mehr Menschen kurzsichtig. „Aber auch, weil Kinder immer früher anfangen zu lesen", erklärt Finger. Diabetes ist ein großes Problem Ein Blick nach Asien verdeutlicht dies: „In manchen Teilen wird Wert darauf gelegt, dass Kinder viel lernen." Auch die hohe Nutzung von Technik spiele eine Rolle. In diesen Ländern liege der Anteil der Kinder mit Kurzsichtigkeit inzwischen bei bis zu 90 Prozent. Genaue Zahlen liegen für Deutschland nicht vor. Bekannt ist jedoch, dass hier etwa 40 Millionen Erwachsene eine Brille tragen. Laut der Jugend-Digitalstudie 2019 der Postbank sind deutsche Jugendliche ganze 58 Stunden pro Woche im Internet unterwegs. Allerdings: In Deutschland, so erklärt Ludger Wollring, Sprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA), sei der Anstieg der Kurzsichtigkeit nur minimal zu bemerken. Auch Lars Wandke, Sprecher des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen, bestätigt diesen Eindruck. Das Problem sei eher die steigende Zahl der Diabetes-Kranken: Zuckerkranke entwickelten oft Schäden an der Netzhaut. Wollring rät, dass Kinder maximal 30 Minuten, Jugendliche im Entwicklungsalter drei Stunden am Tag mit solcher Naharbeit verbringen sollten.

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