Freie Fahrt für 15-Jährige: Sie dürfen sich nach erfolgreicher Prüfung bald auch auf die 45 km/h schnellen Mopeds setzen. - © picture alliance/ dpa
Freie Fahrt für 15-Jährige: Sie dürfen sich nach erfolgreicher Prüfung bald auch auf die 45 km/h schnellen Mopeds setzen. | © picture alliance/ dpa

Führerschein Bald dürfen 15-Jährige Moped fahren - doch es gibt Tücken

Bis zu 45 Kilometer pro Stunde schnell sind die Gefährte, die bald auch von 15-Jährigen bedient werden dürfen. Doch es gibt einen Haken.

Bielefeld/Berlin. Ein Jahr jünger dürfen Anwärter auf Fahrerlaubnisse für Kleinkrafträder künftig sein. Die bis zu 45 km/h schnellen Zweiräder können bald in ganz Deutschland von 15-Jährigen bedient werden, entschied am Mittwoch das Bundeskabinett in Berlin. Allerdings wird die Zuständigkeit dafür in die Hände der Länder gelegt. Das sorgt für Diskussionen. Mit vierzehneinhalb Jahren in die Fahrschule, das dürfen bislang nur angehende Mofa-Fahrer - das langsamste aller Motorräder ist auf 25 km/h gedeckelt. Jetzt wird den Heranwachsenden mehr Verantwortung zugetraut. Profitieren soll davon insbesondere der ländliche Nachwuchs, der aufgrund des mangelnden öffentlichen Nahverkehrs oft eingeschränkt mobil ist. Fahrlehrer-Verband: "Bedarf in NRW nicht gegeben" Hans Offer vom westfälischen Fahrlehrer-Verband hofft, dass sich die nordrhein-westfälische Landesregierung gegen die Absenkung des Mindestalters entscheidet. "Der Bedarf dafür ist in NRW nicht gegeben", meint Offer. Auch seien 15-Jährige noch nicht reif für die schnelleren Zweiräder. "Das ist zu früh. Ein Jahr macht sich in dem Alter bei der Entwicklung deutlich bemerkbar." Der ADAC in OWL sieht das anders. "Ob hier in OWL oder im Münster-, Sauer- und Siegerland. Der Moped-Führerschein ab 15 wird auch in NRW für viele junge Leute Vorteile bringen", erklärt Sprecher Ralf Collatz. Deshalb befürwortet der größte deutsche Verkehrsverband das Vorhaben auch, will allerdings eine flächendeckende Regelung. "Ansonsten dürfte kein Jugendlicher in Grenzregionen in das benachbarte Bundesland fahren", warnt Collatz. "Das ist sehr verbraucherunfreundlich" Wer etwa im niedersächsischen Melle wohne und mit dem Moped einen Abstecher nach Spenge oder Bünde oder umgekehrt mache, der könnte bei verschiedener Gesetzgebung der Länder wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis belangt werden. Gerade für Teenager, die in der Regel später weitere Stufen des Führerscheins erlangen wollen, eine böse Falle." Das ist sehr verbraucherunfreundlich", sagt Collatz. Im Rahmen eines Pilotversuches haben seit 2013 in allen fünf ostdeutschen Bundesländern bereits Zehntausende 15-Jährige einen Führerschein der Klasse AM erfolgreich absolviert. Ralf Collatz sagt: "Die Unfallzahlen haben sich dadurch laut Statistiken nicht überproportional erhöht." Auch deshalb scheinen die Chancen auf die Herabsetzung des Mindestalters beim Mofa-Schein gut: Wie die "Rheinische Post" berichtet, sieht das NRW-Verkehrsministerium die Einführung positiv - wie schnell das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann, ist aber noch nicht geklärt.

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