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Frauen zahlen für gleichwertige Produkte bis zu 100 Prozent mehr als Männer. - © Verbraucherzentrale Hamburg
Frauen zahlen für gleichwertige Produkte bis zu 100 Prozent mehr als Männer. | © Verbraucherzentrale Hamburg

Gender Pricing Pink Tax: Frauen wird in der Drogerie das Geld aus der Tasche gezogen

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat in einem aktuellen Markt-Check Preise verglichen. Sie fordert Hersteller auf, Preisdiskriminierung zu unterlassen

26.02.2019 | Stand 26.02.2019, 19:29 Uhr

Hamburg. Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt weniger als Männer. Gleichzeitig zahlen sie für manche Drogerieartikel sogar über 100 Prozent mehr als Männer für auf sie zugeschnittene Produkte, obwohl Inhaltsstoffe und Zusammensetzung nahezu identisch sind. Das zeigt ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg, die ein spezielles Beauty-Produkt erfunden hat, um Verbraucher auf das Phänomen der "Pink Tax" und des "Gender Pricings" aufmerksam zu machen. Markt-Test zeigt: Rasierprodukte für Frauen 38 Prozent teurer Bei elf unterschiedlichen Rasierprodukten aus Drogeriemärkten waren die Preise laut aktuellem Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg durchschnittlich knapp 38 Prozent höher für die Frauenvariante. „Hersteller und Händler nutzen aus, dass Frauen häufiger als Männer bereit sind, für Pflegeprodukte mehr Geld auszugeben, vor allem wenn sie sich von der Gestaltung der Verpackungen angesprochen fühlen", erläutert Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Rasierschaum in der Frauenvariante mehr als doppelt so teuer Ein Rasierschaum der Marke Isana wird bei Rossmann sogar mit einem Frauenaufschlag von über 100 Prozent verkauft. Für zwei Eau de Toilette wurden in der Stichprobe Aufpreise von 24 Prozent (bruno banani) und 57 Prozent (Eau de Toilette von Mexx) dokumentiert. Um die Praktiken des Gender Pricing zu entlarven, haben die Agentur Serviceplan Campaign International und die Hamburger Verbraucherschützer eine besondere Produktlinie für Frauen und Männer entwickelt. Die beiden Moisturizer „Smooth Sensation Sensitive" und „Deep Care Men" sind in der Namensgebung und im Verpackungsdesign typisch geschlechtsspezifisch gehalten. Das weibliche Produkt kostet 6,90 Euro, das männliche 4,90 Euro. Doch nur auf den ersten Blick handelt es sich bei den Tuben um zwei verschiedene Produkte. Tatsächlich ist es ein- und dieselbe Pflegecreme mit unterschiedlich gestalteter Vorder- und Rückseite. Der Clou offenbart sich, sobald man die Tube in den Händen hält. Pop-up-Store verdeutlicht die Ungleichbehandlung In einem eigens zur Aktionskampagne errichteten Pop-up-Store im Hamburger Schanzenviertel konnten Passanten die Produkte zwei Tage lang exklusiv testen und wurden, teils sichtlich überrascht, noch vor Ort aufgeklärt. „Auch wenn Verbraucherinnen heute informierter und sensibilisierter sind als noch vor einigen Jahren und neutrale Ersatzprodukte kaufen könnten, haben sie nicht immer eine Wahlmöglichkeit", so Valet. „Wir fordern daher von Herstellern und Händlern, die Preisdiskriminierung von Frauen in jeglicher Hinsicht zu unterlassen, denn sie sind doppelt benachteiligt, weil sie durchschnittlich weniger verdienen als Männer." Zur besseren Aufklärung über #genderpricing & #pinktax haben wir gemeinsam mit @Serviceplan Campaign International eine neue Moisturizer-Marke mit einem besonderen Clou erfunden & in einem Pop-up-Store in #Hamburg vorgestellt. Hier geht’s zu: https://t.co/AEFKoWK0Kdpic.twitter.com/Jjfkywuc9s — Verbraucherzentrale Hamburg (@vzhamburg) 26. Februar 2019 Auch Studie aus dem Jahr 2017 zeigt Unterschiede In einer Studie für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes waren bereits 2017 mehr als 1.682 im Wesentlichen identische Produkte für Frauen und Männer verglichen worden. Davon unterschieden sich den Angaben zufolge 3,7 Prozent (62 Produktvarianten) beim Preis - 2,2 Prozent waren für Frauen, 1,4 Prozent für Männer teurer. Der Preisaufschlag lag bei durchschnittlich rund fünf Euro. Als ein Beispiel für solche Produkte waren baugleiche Rasierklingen mit rosa und hellblauer Verpackung genannt worden. "Produktvarianten nach Geschlecht mit Preisunterschied machen nur einen geringen Anteil am Gesamtsortiment aus und sind damit nicht prägend für die Konsumausgaben bei Produkten insgesamt", heißt es in der Studie. Sie deckte des weiteren Preisunterschiede für Frauen von rund 4 Euro bei Duschgels vor allem von Parfümmarken auf. Aber auch Männer zahlen zuweilen drauf: Bei Lippenpflegestiften und Tagescremes fand die Studie teurere Produkte für Männer. Bei 170 Parfüms lag der Preisaufschlag für Männer mit 6,36 Euro bei einem Drittel des durchschnittlichen Aufschlags für Frauen-Düfte. Mit Informationen der dpa.

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