Neujahr 1979: Blick über die mit Schneemassen bedeckte Autobahn bei Schleswig. Viele Orte waren nicht mehr erreichbar. - © picture alliance
Neujahr 1979: Blick über die mit Schneemassen bedeckte Autobahn bei Schleswig. Viele Orte waren nicht mehr erreichbar. | © picture alliance

Winter Erinnerungen an den Jahrhundertwinter 78/79: Schicken Sie uns Ihre Bilder

Vor 40 Jahren: Im Jahrhundertwinter 1978/79 zog binnen Stunden eine Wetterkatastrophe über Norddeutschland herauf. Wochenlang waren Menschen Naturgewalten ausgesetzt

Bielefeld. Da wird in Erinnerungen gekramt in diesen Tagen, da Begriffe wie Schneechaos und Winterkatastrophe die Nachrichten beherrschen. Es stimmt: In Bayern und in Österreich ist es Winter, und diesmal so richtig. Eine stabile Wetterlage lässt die Feuchtigkeit als Schnee aus den Wolken fallen und weil es gerade kalt genug ist, bleibt er auch liegen, türmt sich auf in Berg und Tal, auf Dächern und Bäumen, auf Straßen, gerät hier und da ins Rutschen.

Hört man einheimischen Zeitgenossen zu, kommt vielfach eine gewisse Gelassenheit zum Ausdruck: Schnee im Winter in den Alpen, das hat man schon mal, wenn auch nicht immer so viel wie grad.

Wer alt genug ist, wird den Winter 1978/79 nicht vergessen

Schwerstarbeit: Ein Mann befreit am 2. Januars 1979 sein Auto in Hamburg mit einer Schaufel von den heftigen Schneemassen. - © picture alliance
Schwerstarbeit: Ein Mann befreit am 2. Januars 1979 sein Auto in Hamburg mit einer Schaufel von den heftigen Schneemassen. | © picture alliance

Das verhält sich im nördlicheren Deutschland, zumal im flachen Norddeutschland gewöhnlich ganz anders. Da sind die Winter vorwiegend grau und nass; richtig viel Schnee kennen die meisten nur aus lang zurückliegenden Kindertagen.
Wo wir gerade von Erinnerungen sprechen: Wer alt genug ist, wird allerdings den Jahreswechsel vor 40 Jahren, den Winter 1978/79 nicht vergessen. Und wer es nicht erlebt hat, kann es ja mal googeln. Da stößt man schnell auf Bezeichnungen wie „Schneekatastrophe" oder „Jahrhundertwinter", von Naturgewalten wird berichtet und zwar nicht aus den Bergen, sondern aus Norddeutschland.

Information

Erinnern Sie sich an den Winter 1978/79?

Erinnern Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, an den Winter 1978/79, den man den Jahrhundertwinter nennt? Was haben sie erlebt damals zwischen Weser und Rhein oder gar weiter im Norden, wo die Schneekatastrophe wütete? Haben Sie noch Fotos oder Erlebnisse, die Sie mit unserer Redaktion und anderen Lesern teilen möchten? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail, gern mit einer Bilddatei, und erzählen Sie.
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Der Norden versank im Schnee um den Jahreswechsel herum und dann noch einmal im Februar 1979. Es traf Schleswig-Holstein am härtesten, Mecklenburg-Vorpommern auch, aber auch Niedersachsen, Berlin und Teile Nordrhein-Westfalens waren begraben unter Eis und Schnee.

Schwerster Schneesturm des Jahrhunderts

Im Norden tobte, so heißt es im Portals wetter.online, der „wohl schwerste Schneesturm des vergangenen Jahrhunderts". Vorausgegangen war der extremen Kältewelle ein massives Weihnachtstauwetter. Am Morgen des 28. Dezember 1978, so verzeichnet es das Archiv des Norddeutschen Rundfunks (NDR), liegt die Temperatur noch bei etwa zehn Grad über Null. Dann ändert sich das Wetter schlagartig: Über Norddeutschland legen sich eisige Luftmassen von bis zu 47 Grad Minus und feuchtwarme Atlantikluft übereinander. Ab dem Nachmittag stürzen die Temperaturen um bis zu 30 Grad Celsius. Es beginnt heftig zu schneien, vielerorts tobt gleichzeitig ein schwerer Sturm.

17 Menschen sind damals erfroren

Die Folgen waren massiv: Der Norden Deutschlands versinkt im Schnee, Verwehungen türmen sich teils mehrere Meter hoch auf, viele Straßen sind nicht mehr passierbar, sogar Züge bleiben stecken. Vielerorts fällt der Strom aus. In zahlreichen Landkreisen wird der Katastrophenalarm ausgerufen, in Schleswig-Holstein sind 80 Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, berichtet der NDR. Hubschrauber versorgen die Eingeschlossenen aus der Luft, rund 30.000 Helfer von DRK, Bundeswehr, Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen sind im Einsatz. Mindestens 17 Menschen sind in der Bundesrepublik in diesem Winter 1978/79 erfroren.

Auch zwischen Weser und Rhein bricht der Verkehr stellenweise in den folgenden Tagen zusammen, erleben die Menschen einen extremen, einen Jahrhundertwinter, auch wenn sie nicht so hart getroffen werden wie der hohe Norden. Wer erinnert sich?

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