Nach wie vor verlangen die enormen Schneemengen in den Alpen, wie hier in Salzburg, der Bevölkerung allerhand ab. - © picture alliance
Nach wie vor verlangen die enormen Schneemengen in den Alpen, wie hier in Salzburg, der Bevölkerung allerhand ab. | © picture alliance

Winter Wetter-Chaos: Kommt nach den Schneemassen das Hochwasser?

Meteorologen erwarten für Freitag Schneefall in weiten Teilen Deutschlands. In den Alpen ist weiter kein Ende in Sicht. Und die nächsten Sorgen wachsen schon

Bielefeld/Offenbach. Seit Tagen fällt unaufhörlich Schnee in den Alpen und im Erzgebirge – am Freitag ist kurzzeitig mit Winter für (fast) alle in Deutschland zu rechnen. Von der Nordseeküste abgesehen, fällt laut Deutschem Wetterdienst in der Nordwesthälfte Deutschlands verbreitet Schnee. „Das bedeutet dort für viele Orte am frühen Freitagmorgen leichten Schneefall mit entsprechender Glätte", sagte eine Meteorologin. WEISSE ÜBERRASCHUNG „Das wird im Westen für viele Autofahrer eine weiße Überraschung geben. Selbst im Rhein-Main-Gebiet kann es für eine dünne Schneedecke reichen und wir wissen ja: Für das Chaos im Berufsverkehr braucht es nicht viel Schnee", prophezeit auch Dominik Jung, Meteorologe des Portals wetter.net. ALPEN UNTER SCHNEE In den Alpen schneit es laut Jung munter weiter, ein Ende ist bisher nicht in Sicht. In den Hochlagen könnten „locker nochmal ein bis zwei Meter dazukommen". Auch im Erzgebirge seien inzwischen die ersten Orte abgeschnitten. MEGA-HOCHWASSER? An den Flüssen wachse mittlerweile die Angst vor einem Mega-Hochwasser im Frühjahr. „Sollten diese Schneemassen dann rasch mit viel Regen abtauen, dann könnte ein umfangreiches Hochwasser bevorstehen", erklärt Dominik Jung von wetter.net STURM AB SONNTAG Das nächste Wetterchaos bahnt sich nach Erwartung des Wetterforschers für Sonntag und Montag an. Dann ziehe in ganz Deutschland stürmisches Wetter heran, Verbreitet gebe es Sturmböen um 100 Stundenkilometer, stellenweise auch darüber, so Jung. In den Alpen spitzt sich die Lage zu. WINTERSPORT Die Skigebiete in den Alpen melden vielerorts meterhohe Schneedecken – für einige Wintersportler bedeutet das ideale Bedingungen, für viele aber auch große Einschränkungen, wie der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) mitteilt. Wegen des Risikos umknickender Bäume, starker Winde oder Lawinengefahr sind einige Gebiete teilweise oder ganz gesperrt. AUTOFAHRER SORGEN VOR Autofahrer sollten sich im Winter mit Decken, heißen Getränken und genügend Sprit gegen Schnee und Glätte wappnen. Wer bei Eiseskälte mit einer Panne liegen bleibe feststecke, brauche oft Geduld bis zum Eintreffen der Helfer, erklärte der TÜV Rheinland. Stehe das Auto am Straßenrand, müssten aus Sicherheitsgründen alle Insassen aussteigen und Warnwesten tragen. Das Fahrzeug muss durch ein Warndreieck abgesichert sein. Zur Bordausrüstung für alle Notfälle sollten auch gelbe Warnleuchten gehören, rät der TÜV. WARNZEICHEN AM HAUS Liegt viel Schnee auf dem Dach, sollten Hausbesitzer im Obergeschoss auf Warnzeichen achten. Zeigen etwa Verkleidungen Risse oder klemmen Türen oder Fenster, sei Gefahr im Verzug, so die Bayerische Ingenieurekammer-Bau. TIERE IM WINTER-STRESS Wie verkraften Wildtiere die extremen Wetterverhältnisse? „Ein extremer Winter ist für Wildtiere eine Gratwanderung. Oft überleben nur die gesunden und robusten Tiere", sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. Glück im Unglück hatte eine Gams in der Steiermark: Sie wurde bei Gleisarbeiten von Schneemassen verschüttet und dann von Mitarbeitern der österreichischen Bundesbahn entdeckt und freigeschaufelt. Ein Film über die Rettungs-Aktion ist im Internet der Renner.

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