SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert das Ende des Benziners. - © picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa
SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert das Ende des Benziners. | © picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa

Fahrverbote wegen Feinstaubs Droht jetzt das Aus für den Benziner?

SPD-Politiker Karl Lauterbach fordert bei Twitter den Umstieg auf E-Autos

Drei Tage vor der Einigung auf die überraschend strengen Vorgaben der CO2-Werte hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sogar noch mehr gefordert. "Langfristig muss auch das Ende des Benziners kommen", schrieb er am Freitag bei Twitter. Denn dieser würde noch mehr Feinstaub verursachen als ein Diesel und er sei damit noch eher für den Klimawandel zuständig. Langfristig muss auch das Ende des Benziners kommen. Er setzt mehr gefährlichen Feinstaub frei als ein Diesel und verursacht mehr Klimawandel. Der Umstieg von Diesel auf Benziner hilft daher weder Mensch noch Umwelt. Wir brauchen Kohleausstieg und e-Autos https://t.co/Xg8uScjUWE — Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) 14. Dezember 2018 In der Nacht zu Dienstag hatten sich der EU-Rat der Mitgliedstaaten, das EU-Parlament und die Kommission auf drastische Vorgaben für die Verringerung der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen neuer Autos geeinigt. Bis 2030 soll der Ausstoß des Treibhausgases bei der Neuwagen-Flotte jedes Herstellers im Durchschnitt um 37,5 Prozent sinken, gemessen an den bereits strengen Auflagen des Ausgangsjahrs 2021. Entsetzen bei den Autobauern Schon diese Vorgabe versetzte die Autohersteller in Alarmstimmung. Der Verband der deutschen Autoindustrie (VDA) warnt vor massiven Arbeitsplatzverlusten in der Schlüsselbranche und sieht den Industriestandort Europa geschwächt. „Niemand weiß, wie die beschlossenen Grenzwerte bis 2030 umgesetzt werden können", sagt Verbandspräsident Bernhard Mattes. Der europäische Dachverband der Fahrzeugbauer ACEA zeigt sich ebenfalls „ernsthaft besorgt" über die „völlig unrealistische" Neuregelung. Bedenken signalisiert auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der von „sehr ambitionierten" Grenzwerten spricht. Aber auch Autokäufer dürfte das Ende der Benziner hart treffen. Um Fahrverbote zu vermeiden sind immerhin schon einige Deutsche vom Diesel auf Benziner umgestiegen. Auch die Kommentare auf Lauterbachs Tweet gehen in dieser Richtung. Eine Nutzerin fragt: "Und wer bezahlt mir das Auto?" Viele andere halten die Aussage für unqualifiziert und sagen noch vor dem Aus für den Diesel das Ende der SPD voraus. Diesel-Fahrverbote vor Gericht Allerdings beziehen sich diese Verbote nicht auf die Feinstaub- sondern auf die Stickoxidwerte. In Darmstadt ist eine solche Sperre bereits sicher, in Wiesbaden droht sie jetzt. Am Mittwoch verhandelt das Verwaltungsgericht eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen den Luftreinhalteplan der hessischen Landeshauptstadt. Wiesbaden gehört im Gegensatz zu Darmstadt allerding nicht zu den 15 Intensivstädten in Deutschland, in denen 2017 die Schadstoff-Grenzwerte besonders stark überschritten wurden. Das Umweltbundesamt führt die Landeshauptstadt mit einem Wert von 50 Mikrogramm auf. Die Stadt hofft unter anderem mit Elektrobussen und mehr Fahrradfahrern Diesel-Fahrverbote verhindern zu können. Außerdem soll der Verkehr künftig intelligenter gelenkt werden.

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