Eine Gruppierung, die sich als "Gelbwesten" bezeichnet, wollte am Samstag das Kamener Kreuz stilllegen. Geklappt hat das nicht. - © picture alliance
Eine Gruppierung, die sich als "Gelbwesten" bezeichnet, wollte am Samstag das Kamener Kreuz stilllegen. Geklappt hat das nicht. | © picture alliance

Unna/Porta Westfalica "Gelbwesten" wollen das Kamener Kreuz lahmlegen - Polizei schreitet ein

Die Protestbewegung aus Frankreich wird derzeit von rechten Gruppen instrumentalisiert. An einem Parkplatz an der A2 versammelten sich am Samstag 26 Personen.

Unna/Porta Westfalica. Die Polizei im Kreis Unna hat am Samstag eine Gruppierung daran gehindert, das Kamener Kreuz auf der A2 lahmzulegen. Die Gruppe, die sich auf die französischen "Gelbwesten" beruft, hatte sich mit acht Fahrzeugen an einem Parkplatz getroffen um angeblich gegen die hohen Spritpreise zu demonstrieren. Wie die Polizei auf Anfrage von nw.de bestätigt, war die Demonstration nicht angemeldet und wurde von den Beamten aufgelöst. Eine Strafanzeige wurde gestellt. Zur selben Zeit traf die Polizei auch am Autohof Porta Westfalica 15 Gelbwesten an. Die Personen hätten sich aber kooperativ verhalten - eine Blockade war offenbar nicht geplant, heißt es laut Medienberichten. Protest von rechts Derzeit versuchen rechte Gruppierungen in ganz Deutschland, auf den Zug der französischen Protestbewegung aufzuspringen. Ihnen geht es jedoch weniger um Spritpreise, sondern vielmehr um einen "Umsturz des Systems". In Facebook-Gruppen und beim Messenger Telegram rufen sie zum Protest auf. Dort wurde auch die Blockade des Kamener Autobahnkreuzes besprochen. In Gruppen wie "Kamener Kreuz", "Patrioten im Widerstand" aber auch in Communitys wie "Sauerland Deutschland macht dicht" hatten Teilnehmer auch die Blockade weiterer Autobahnabschnitte großspurig angekündigt - darunter beispielsweise am Kreuz Kaiserberg auf der A3. Tatsächlich beteiligten sich an dem Protest nur wenige Personen - zu Blockaden kam es nicht. Eine Polizeisprecherin in Unna wollte auf Anfrage von nw.de nicht bestätigen, ob es sich bei der Gruppe um rechtsextreme Kreise handelt. Es sei eine "lose Gruppierung" gewesen. Die Teilnehmer hatten gegenüber den Beamten erklärt, lediglich "einen Spaziergang" machen zu wollen. Mit den Teilnehmern habe die Polizei dann einen Demonstrationsweg für eine Spontanversammlung vereinbart, die durch Unna führte. Insgesamt 26 Teilnehmer marschierten vom Kreishaus Unna über die Platanenallee, die Hammer Straße und die Viktoriastraße zurück zum Kreishaus. Der Aufzug wurde von Polizeikräften begleitet und um 15.30 Uhr beendet.

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