In Dortmund haben Rechtsradikale Pyrotechnik gezündet und antisemitische Parolen gebrüllt. Die Polizei schritt nicht ein. - © @Korallenherz auf Twitter/Screenshot
In Dortmund haben Rechtsradikale Pyrotechnik gezündet und antisemitische Parolen gebrüllt. Die Polizei schritt nicht ein. | © @Korallenherz auf Twitter/Screenshot

Dortmund Kritik an Polizei: Nazis marschieren ungestört durch Dortmund

Dortmund. Es sind erschreckende Bilder: Neonazis marschieren durch die Straßen von Dortmund. Sie brüllen Parolen wie "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit" - und niemand hindert sie daran. Der Twitter-Nutzer @Korallenherz hat die Vorfälle am Freitagabend dokumentiert. Die Bilder zeigen, wie die Rechtsextremen scheinbar völlig ungestört verfassungsfeindliche Parolen brüllen. Die Polizei schreitet nicht ein. Part IV #nonazisdohttps://t.co/XtqP1aBtT3 — Korallenherz‏ (@Korallenherz) 21. September 2018 Im Netz sorgt das für heftige Kritik - und auch Politiker äußern sich. "Zirka 300 Neonazis laufen de facto ohne Polizeibegleitung durch die Straßen, schreien u.a. 'Wer Deutschland liebt, ist Antisemit'. Was sagt Seehofer zu Dortmund? Was sagt Herbert Reul?", fragt beispielsweise der Grünen-Politiker Volker Beck. Polizei reagiert nur knapp Die Polizei selbst reagierte am Abend nur knapp auf die Kritik. "Während der Versammlung wurde vereinzelt Pyrotechnik gezündet. Die Personen wurden identifiziert und Strafverfahren eingeleitet. Wir haben umfangreiche Beweismittel sichergestellt", schrieben die Beamten auf Twitter. Auf Nachfrage eines Nutzers erklärte die Polizei: "Wir haben das Verhalten und die Ausrufe von Rechtsextremisten dokumentiert. Die strafrechtliche Relevanz wird überprüft." Wir haben das Verhalten und die Ausrufe von Rechtsextremisten dokumentiert. Die strafrechtliche Relevanz wird überprüft. — Polizei NRW DO (@polizei_nrw_do) 21. September 2018 Am Samstag äußerte sich Polizeipräsident Walter Kemper per Pressemitteilung zum Fall. "Die Polizei Dortmund wird auch weiterhin im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten die Rechtsextremisten in unserer Stadt bekämpfen", heißt es in dem Statement. Nach Polizeiangaben habe es am Freitag zwei rechte Demos unter dem Motto "Gegen Polizeischikanen und Polizeiwillkür" gegeben. Die Beamten sprechen von 100 Teilnehmern bei der ersten und 75 Teilnehmern bei der zweiten Demo. Laut Mitteilung habe die Polizei noch versucht, die Demonstrationen per Auflagenbescheid zu verhindern. Das Verwaltungsgericht habe diesen jedoch einkassiert. Zur Kritik an der fehlenden Polizeipräsenz äußerte sich die Pressestelle nicht weiter. Auch in Chemnitz war es am Freitag bei einer rechten Demo zu Straftaten gekommen. Anhänger des Bündnisses "Pro Chemnitz" hatten ein Parteibüro der Linken angegriffen. In dem Gebäude haben mehrere Landtagsabgeordnete ihre Büros. Auch ein Journalist soll bei der Demo attackiert worden sein.

realisiert durch evolver group