Ein Jude legt schützend die Hand auf seine Kippa. - © picture alliance / Boris Roessler/dpa
Ein Jude legt schützend die Hand auf seine Kippa. | © picture alliance / Boris Roessler/dpa

Düsseldorf/Bonn Nach antisemitischem Angriff: NRW-Innenminister verurteilt Verwechslung der Polizei

Düsseldorf/Bonn (KNA). Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat einen antisemitischen Übergriff in Bonn als "abscheulich" verurteilt und sich für Polizei-Fehler entschuldigt. "Wir werden nicht zulassen, dass in Deutschland wieder Hatz auf Juden gemacht wird", sagte er. Bei dem Polizeiangriff sei es zu einem "verhängnisvollen Missverständnis gekommen", für das er das Opfer telefonisch um Entschuldigung gebeten habe. Der Vorfall hatte sich am Mittwochnachmittag im Bonner Hofgarten zugetragen. Dabei war laut Bonner Polizei ein 50-jähriger, in den USA lebender israelischer Hochschulprofessor von einem Mann auf die von ihm getragene Kippa angesprochen und beleidigt worden. Polizei verwechselt Täter und Opfer Der Unbekannte habe ihm die Kopfbedeckung heruntergeschubst und ihm gegen die Schulter geschlagen. Dabei seien die Worte "Kein Jude in Deutschland" gefallen. Die von einer Bekannten des Opfers herbeigerufenen Polizisten hätten den 50-Jährigen dann irrtümlich für den Aggressor gehalten, ihn zu Boden gebracht und dabei auch ins Gesicht geschlagen. Wenig später sei der eigentliche Angreifer, ein 20-jähriger Deutscher mit palästinensischen Wurzeln, festgenommen worden. Laut Bonner Polizei hat der Staatsschutz die Ermittlungen zu dem antisemitischen Angriff übernommen. Die Ermittlungen gegen die eingesetzten Beamten wegen Körperverletzung im Amt führe aus Neutralitätsgründen das Polizeipräsidium Köln. Der 20-jährige Angreifer sei der Polizei aufgrund von Gewaltkriminalität und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz bekannt, hieß es. Der Beschuldigte sei aufgrund ärztlich attestierter psychischer Auffälligkeiten in eine Fachklinik eingeliefert worden.

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