Mittlerweile können Verbraucher Bananen, Eier und Co. auch im Internet bestellen. - © Picture Alliance/Frank May
Mittlerweile können Verbraucher Bananen, Eier und Co. auch im Internet bestellen. | © Picture Alliance/Frank May

Essen und Trinken Digitale Supermärkte: Hier sind Lebensmittel online am günstigsten

Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat sechs Lebensmittel-Onlineshops getestet. Das Ergebnis: Die Preise weichen bis zu 20 Prozent voneinander ab

Lena Vanessa Niewald

Bielefeld. Schuhe, Klamotten, Parfüm - mit nur einem Klick landen die Sachen im Warenkorb. Wenn's gut läuft findet man sie dann am nächten Tag schon im Postkasten. Einfacher geht's kaum. Und es könnte noch einfacher werden. Denn auch Fleisch, TK-Pizza und Co. können mit der Post geliefert werden. Spätestens seit Amazon im vergangenen Jahr seine Lebensmittelplattform Amazon Fresh an den Start gebracht hat, ziehen viele Anbieter wie Rewe, Edeka und Real nach. Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat jetzt die größten sechs Online-Shops für Lebensmittel getestet. Für jeden Anbieter wurden Musterwarenkörbe mit 30 Artikeln erstellt und anschließend verglichen. Das erstaunliche Ergebnis: Die Preise weichen teilweise um 20 Prozent voneinander ab. Vor allem bei den Versandkosten gibt es gravierende Unterschiede. Pro Standardbestellung schwanken diese laut DISQ zwischen 3,90 Euro und 6,90 Euro. Alleine wegen der Lieferkosten bezahlt der Vebraucher letztlich bei einem Kauf im Netz wohl mehr. Wer bis 22 Uhr bestellt, erhält die Ware am nächsten Tag Insgesamt am besten abgeschnitten hat der Anbieter Allyouneed Fresh. Er überzeugte vor allem mit seinen  Lieferbedingungen. Allyouneed Fresh liefert deutschlandweit in fast alle Regionen und Städte. Auf der Homepage können Nutzer ihre Postleitzahl eingeben und bekommen dann den nächst möglichen Liefertermin angezeigt. Die Plattform wirbt mit schnellen und individuellen Lieferterminen: "Bestellungen vor 22 Uhr erhalten Sie bereits am nächsten Tag zu Ihrem Wunschzeitfenster." In ausgewählten Städten gibt es zudem "Same-Day"-Lieferungen. Wer vor 11.30 Uhr bestellt, erhält seine Waren noch am gleichen Abend. Die Preise und Angebotsvielfalt von Allyouneed Fresh stuften die Tester als "sehr gut" ein. Ebenfalls überzeugt hat die Tester die Lebensmittelplattform von Rewe. Dort stellten das Deutsche Institut für Service-Qualität die niedrigsten Versandkosten fest. 3,90 Euro zahlt der Nutzer für eine Standard-Lieferung. Insgesamt konnte auch Rewe.de mit einem breiten Angebot und vergleichsweise günstigen Preisen punkten. Amazon Fresh beliefert Gütersloh, Bielefeld und Herford noch nicht Auch Amazon Fresh schnitt bei der Qualitätsanalyse gut ab. Der Online-Riese hat laut DISQ "die mit Abstand günstigsten Preise". Bei zwei Drittel der untersuchten Produkte konnte kein Konkurrent den Amazon-Preis unterbieten. Allerdings verliert Amazon Fresh Punkte bei den Bestellbedingungen. Das Angebot ist nur in wenigen Städten verfügbar und ausschließlich von Amazon-Prime-Kunden nutzbar. Nach Bielefeld, Gütersloh und Herford liefert Amazon Fresh beispielsweise noch nicht. Die drei weiteren getesteten Shops, my Time, Real und Edeka24 wurden insgesamt mit dem Qualitätsurteil "befriedigend" beurteilt. Alle haben aber nach Aussagen vom DISQ professionell augestellte und bedienerfreundlich orientierte Plattformen mit sicheren Bestellprozessen. Obst und Gemüse: Foodwatch kritisiert Angaben zu Herkunftsländern Der Verein Foodwatch hat kürzlich die gleichen Lebensmittel-Onlineshops untersucht - allerdings vor allem im Hinblick auf die Herkunft der Produkte. Bei frischem Obst und Gemüse muss eigentlich das Herkunftsland angegeben werden. Food Watch wirft den getesten Onlineshops aber vor, die Informations- und Kennzeichnungsvorgaben nicht ordnungsgemäß einzuhalten. Entweder werde gar keine Herkunft angegeben, oder aber gleich mehrere Länder aufgelistet. Amazon Fresh bietet laut Food Watch beispielsweise Trauben an, die aus 13 verschiedenen Ländern kommen können. Food Watch fordert die Politik deshalb auf, Lebensmittel-Onlineshops stärker unter die Lupe zu nehmen. Martin Rüker, Geschäftsführer von Foodwatch, sagt: „Im Onlinehandel besteht ein echtes Kontrolldefizit, weil die Lebensmittelüberwachung nicht zeitgemäß aufgestellt ist. Die kommunal und offline organisierten Kontrollbehörden sind noch nicht im globalen Online-Zeitalter angekommen. Die zuständigen Lebensmittelkontrolleure schaffen es schlichtweg nicht, neben dem Bäcker vor Ort auch noch die großen Online-Supermärkte und die unzähligen Nischenanbieter im Internet zu kontrollieren, die zufällig ihren Sitz in diesem Ort haben."

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