Um Menschen bei Großveranstaltungen zu schützen, wurden in vielen Städten wie hier in Gütersloh Anti-Terror-Sperren aufgestellt. Immer wieder stellt sich die Frage nach deren Wirksamkeit. - © Patrick Menzel
Um Menschen bei Großveranstaltungen zu schützen, wurden in vielen Städten wie hier in Gütersloh Anti-Terror-Sperren aufgestellt. Immer wieder stellt sich die Frage nach deren Wirksamkeit. | © Patrick Menzel

Düsseldorf Lkw verschiebt in Düsseldorf Anti-Terror-Sperre aus Beton

Außerdem wurden Barrieren für den Lieferverkehr umgestellt und so die Zufahrt vergrößert

Angela Wiese

Düsseldorf. Was in Düsseldorf um die in der Altstadt aufgestellten Anti-Terror-Poller passiert, ist kurios: Damit Laster Altglascontainer erreichen können, hat die Stadt die Betonsperren vor dem Marktplatz umgestellt und somit die Zufahrt vergrößert. Das berichtet RP Online. Zweifel an der Wirksamkeit der Poller waren aber schon aufgekommen, nachdem ein Lkw eine der Betonsperren bei einem Unfall verschoben hat. Dem Bericht zufolge habe ein Lastwagen am Montag versucht, zwischen den Pollern hindurch in die Altstadt zu fahren, um dort Ladung abzuliefern. Der Lastwagen sei langsam an den Pollern vorbeigefahren. Nach dem Manöver war einer der Poller verschoben.  Dass eine Anti-Terror-Sperre durch einen Lkw einfach verschoben werden kann, machte dem Bericht zufolge auch den Ordnungsdezernenten der Stadt zunächst stutzig. Der Klotz sei dennoch geeignet, die Geschwindigkeit eines Angreifers zu verringern, sagte der Dezernent. Geringe Aufhaltewirkung im Test Tests im vergangenen Jahr hatten bereits gezeigt, dass die mobilen Anti-Terror-Sperren Lastwagen im Crashtest nicht standhalten. Die Prüfgesellschaft Dekra hatte im Auftrag eines MDR-Magazins die Betonsperren getestet. Dabei haben Lkw scheinbar mühelos die Betonblöcke beiseite geschoben. Der war bei dem Test zwar beschädigt worden, die Aufhaltewirkung sei aber relativ gering gewesen, sagt der Testleiter damals. Eigentlich sollen die Sperren Menschenmengen vor Angriffen mit Lkw schützen. Besonders nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016 waren sie in vielen Städten Deutschlands aufgestellt worden, um unter anderem Weihnachtsmärkte und Karnevalsfeiern zu schützen. Auch in OWL setzen Städte die Poller ein.

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