Polizisten bei G20 in Hamburg. - © picture alliance / NurPhoto
Polizisten bei G20 in Hamburg. | © picture alliance / NurPhoto

Hamburg Polizeigewalt: Journalisten beklagen Angriffe durch Einsatzkräfte bei G20

Berichterstatter seien mit Schlagstöcken attackiert und wüst beschimpft worden.

Matthias Schwarzer

Berlin. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat harte Kritik am Einsatz der Polizei auf dem G20-Gipfel in Hamburg geübt. Während der Demonstrationen seien Berichterstatter mehrfach Opfer von Polizeigewalt geworden. Der DJV fordert eine umfassende Aufklärung der Fälle. Laut Journalisten-Verband habe es am Wochenende Pfefferspray-Attacken und Schlagstockeinsätze von Polizisten gegen Journalisten gegeben. Presseausweise seien von den Einsatzkräften ignoriert und Berichterstatter wüst beschimpft worden. Der Verband bezieht sich auf Berichte mehrerer Journalisten, heißt es in einer Mitteilung. In einem offenen Brief an BKA-Präsident Holger Münch fordert der DJV die umfassende Aufklärung der Fälle. DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall möchte unter anderem wissen, ob die Polizisten von den Einsatzleitern auf die besondere Rolle der Medien hingewiesen wurden. "Ziemlich viele Einzelfälle" Zudem verlangt der DJV-Vorsitzende Einzelheiten zum Entzug von Akkreditierungen, die mit „Sicherheitsbedenken" begründet wurden: „Wie viele Journalisten waren davon betroffen? Was ist unter ,Sicherheitsbedenken‘ zu verstehen? Warum wurden die Journalisten zunächst akkreditiert, dann aber ausgeschlossen, als die Krawalle begannen?", fragt Überall in dem offenen Brief. Bei den Vorfällen habe es sich, so der DJV-Vorsitzende, nicht um ein systematisches Vorgehen der Polizeikräfte gehandelt, sondern um Einzelfälle. „Aber es waren ziemlich viele Einzelfälle", gibt Überall zu Bedenken. Schon am Wochenende hatte es in den sozialen Netzwerken mehrfach Kritik von Journalisten am Polizeieinsatz gegeben gegeben. Die taz veröffentlichte auf ihrer Seite folgenden Dialog: Auch der Fotojournalist Erik Marquardt berichtete von seiner Begegnung mit der Polizei. Habe Polizist meine Presseakkreditierung gezeigt. Er sagte: "Ist mir scheißegal, verpiss dich hier." Dann trat er zu.#g20#noG20#Schanze — Erik Marquardt (@ErikMarquardt) 7. Juli 2017 Bereits im Vorfeld waren mehrere Journalisten vom G20-Gipfel ausgeschlossen worden. Das Bundeskriminalamt hatte gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden über den Entzug der Akkreditierung entschieden. Der Grund seien "sicherheitsrelevante Erkenntnisse" gewesen, hieß es am Freitag. DJV-Chef Frank Überall hatte das Vorgehen schon im Vorfeld kritisiert. Journalisten seien keine Störenfriede, sondern nähmen den Auftrag zur freien und ungehinderten Berichterstattung wahr. Die Deutsche Journalisten-Union (DJU) in Verdi legte Widerspruch für mehrere Mitglieder ein. "Es drängt sich der Eindruck auf, dass unliebsame Berichterstattung unterbunden werden soll", heißt es vom DJU. Das BKA hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Auch die Bundesregierung wollte keine Erklärung abgeben. Die Bundesregierung möchte sich nicht zu der Gewalt v Polizisten gegenüber friedlichen Demonstranten & Attacken auf Journalisten äußern #bpk — Tilo (@TiloJung) 10. Juli 2017

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