Die Computerzeichnung zeigt ein geplantes Modell des RRX-Zuges der Firma Siemens. - © dpa
Die Computerzeichnung zeigt ein geplantes Modell des RRX-Zuges der Firma Siemens. | © dpa

Bielefeld/Paderborn Rhein-Ruhr-Express wertet Nahverkehr in OWL auf

Erster Zug soll 2018 von Düsseldorf nach Paderborn rollen / Zuschlag für den Betrieb an Abellio und National Express

Matthias Bungeroth

Bielefeld/Paderborn. Der schienengebundene Personennahverkehr in Ostwestfalen-Lippe wird besser. Davon ist Ludger Siemer, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Ostwestfalen-Lippe (VVOWL), überzeugt. Grund ist, dass der Start des sogenannten Rhein-Ruhr-Express (RRX) einen wichtigen Schritt näher gerückt ist. Denn die beteiligten Verkehrsverbünde vergaben den Betrieb des Netzes, das den Nahverkehr vor allem an Rhein und Ruhr schneller machen soll, an die Unternehmen Abellio Rail NRW (Essen) sowie National Express (Düsseldorf). "Das ist sicherlich ein Sprung, der deutlich die Qualität anhebt", sagt Siemer. Denn das RRX-System bekommt neue Züge, die vom Hersteller Siemens gebaut und über 30 Jahre gewartet werden. Eine entsprechende Ausschreibung war im März mit dieser Vergabe beendet worden. Die getrennte Vergabe ist eine Premiere in der Bahnszene. Die Züge haben je 800 Sitzplätze (bisher 560). Sie ermöglichen Fahrgästen einen komplett barrierefreien Zugang. "Wir hoffen, dass die Bahnhöfe bis dann auch fertig sind", betont Siemer. Die beiden Linien, mit denen OWL an das RRX-Netz angeschlossen ist, werden allerdings wie bisher im Stundentakt verkehren. "Das entspricht den verkehrlichen Verhältnissen", so Uli Beele, Sprecher des Nahverkehrsverbunds Westfalen-Lippe (NWL).Erster Zug soll Ende 2018 rollen Der erste RRX-Zug ,der auf die Schiene gehen wird, ist der RE 11 von Düsseldorf nach Paderborn, der von dort im Zwei-Stunden-Takt auch nach Kassel-Wilhelmshöhe weiterfährt. Sein Start ist für den 9. Dezember 2018 vorgesehen, so der VVOWL. Er wird von Abellio betrieben. Es folgen der RE 5 (Koblenz - Wesel, am 9. Juni 2019) und der RE 6 Köln/Bonn-Flughafen - Düsseldorf - Bielefeld - Minden (am 15. Dezember 2019). Diese Linien werden von National Express befahren. Die letzte Ausbaustufe des RRX-Netzes bilden der RE 1 (Aachen - Hamm, am 14. Juni 2020) sowie der RE 4 (Aachen - Mönchengladbach - Dortmund, am 13. Dezember 2020). Im letzten Ausbauzustand des Systems (s. Grafik) sollen die Züge auf dem Abschnitt zwischen Köln und Dortmund im Viertelstundentakt verkehren. Befürchtungen einer Kostensteigerung durch die Trennung von Fahrbetrieb und Wagenbau sowie -unterhaltung haben sich nach Beobachtung der Verkehrsverbünde nicht bestätigt. Siemer: "Reger Wettbewerb hat dazu geführt, dass wir sehr erfreuliche Preise erzielt haben." Das RRX-Modell hat allein für die Beschaffung von 82 neuen Zügen ein Investitionsvolumen von rund 900 Millionen Euro, so das NRW-Verkehrsministerium. Die Zweckverbände bleiben Eigentümer der Züge und verpachten diese an die Eisenbahnverkehrsunternehmen. Bei DB Regio NRW war die neuartige Konstruktion des Projektes auf Kritik gestoßen, weil man durch tarifvertragliche Verpflichtungen rund 14 Prozent höhere Personalkosten habe als Wettbewerbsbahnen, so Heinrich Brüggemann, Chef von DB Regio NRW. "Wir stellen fest, dass das Vergabeverfahren zum RRX nicht über die Personalkosten entschieden wurde", sagte dazu der Chef des federführenden Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, Martin Husmann, der WAZ. Energie- und Overheadkosten (also allgemeine Ausgaben) seien entscheidend gewesen.

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