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Erfolgreich: Verena Schlüter hat ihr Geld zurück. Foto: Torben Gocke - © Torben Gocke
Erfolgreich: Verena Schlüter hat ihr Geld zurück. Foto: Torben Gocke | © Torben Gocke

Bielefeld Eine Bielefelderin erkämpft sich ihr Recht

Verena Schlüter kauft Tickets für Disneyland, doch der Anbieter schickt einfach keinen Bus. Das Geld hat sie jetzt nach mehr als einem Jahr zurück bekommen, weil sie nicht locker gelassen hat

Torben Gocke
13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 18:09 Uhr

Bielefeld (tog). Verena Schlüter hat es geschafft. Nach 499 Tagen hat sie ihr Geld zurückbekommen. Die Bielefelderin hatte beim Düsseldorfer Busunternehmen Continentbus eine Reise gebucht, die jedoch nie gestartet ist. Die 1.459 Euro hatte sie schon längst abgeschrieben – mit reichlich eigenem Engagement hat sie sich ihr Recht am Ende selbst erkämpft. Für ihre Kinder hatte sich die Bielefelderin ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk überlegt. Gemeinsam sollte es für die gesamte Familie nach Disneyland bei Paris gehen. Alles inklusive, ganz entspannt, mit dem Bus. Der Traum platzte seinerzeit kurz vor Reiseantritt, als die Familie auf den Bus wartete. Dieser traf nie am festgelegten Startpunkt ein. Die Enttäuschung bei der Familie war groß – insbesondere, nachdem das Geld anschließend nicht erstattet wurde. Ein Unternehmensvertreter erschien nicht vor Gericht Das wollte Verena Schlüter keinesfalls auf sich sitzen lassen: „Ich war mir sicher, im Recht zu sein und dafür wollte ich kämpfen.“ Ohne Anwalt machte sie sich auf den Weg durch die Mühlen der Justiz. Als das Busunternehmen gegen ihre Mahnung Widerspruch einlegte, zog sie vor Gericht – wieder ohne Anwalt, wie auch die Gegenseite. „Zu dem Termin beim Amtsgericht Düsseldorf erschien bezeichnenderweise kein Vertreter des Busunternehmens“, sagt Verena Schlüter. Der Richter attestierte ihr damals, sie habe alles schlüssig dargelegt und gab ihr recht. Das Geld hatte Verena Schlüter damit allerdings immer noch nicht zurück. Erst, nachdem sie einen Haftbefehl gegen den Geschäftsführer der Busfirma in der Tasche hatte, kam Bewegung in die Sache. „Diesen habe ich der zuständigen Gerichtsvollzieherin überreicht und die war dann erfolgreich.“ Als Verena Schlüter schon gar nicht mehr damit rechnete, tauchte plötzlich eine Überweisung auf ihrem Kontoauszug auf. 499 Tage später hatte sie ihr Geld zurück. Auf Nachfrage dieser Zeitung hieß es von dem Unternehmen lediglich, man betrachte die Angelegenheit damit als erledigt. Offenbar etliche weitere Betroffene Mit ihrer Geschichte steht die Bielefelderin offenbar nicht alleine da. Online lassen sich hunderte Bewertungen zu dem Busunternehmen finden. Bei 174 Bewertungen auf dem Portal „Trustpilot“ liegt der Durchschnitt bei einem von fünf Sternen. Kunden schildern hier etliche Probleme. Häufig ist von mangelhafter Kommunikation oder kurzfristigen Absagen einer Reise zu lesen. Vereinzelt gibt es zu den teils heftigen Kritiken Antworten des Unternehmens.

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