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Daniela von Behren war selbst Stipendiatin und hat die Idee in ihr Unternehmen getragen. - © Torben Gocke
Daniela von Behren war selbst Stipendiatin und hat die Idee in ihr Unternehmen getragen. | © Torben Gocke

Minden Eine Stipendiatin macht sich stark

Der Kaffeehersteller Melitta unterstützt fünf Studenten über die Stiftung. Überzeugt wurde das Mindener Unternehmen von einer Mitarbeiterin, die selbst mal gefördert wurde

Torben Gocke
13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 18:11 Uhr

Von Torben GockeMinden. Fünf Studenten unterstützt Melitta jedes Jahr über die Stiftung Studienfonds OWL. Diese regelmäßige Unterstützung haben die Stipendiaten Daniela von Behren zu verdanken. Von Behren arbeitet als Personalerin bei dem Mindener Familienunternehmen. Die Idee, Studenten zu unterstützen, hat sie jedoch schon deutlich früher an die Geschäftsführung herangetragen. Damals war von Behren selbst noch Studentin – gefördert mit einem Stipendium des Studienfonds OWL. „Es ist schon schön, wenn dir als Praktikantin zugehört wird und du eigene Ideen einbringen kannst“, sagt von Behren. „Als Studentin habe ich bei Melitta ein Praktikum gemacht und dabei die Gelegenheit gehabt, der Geschäftsleitung die Arbeit des Studienfonds OWL vorzustellen.“ Die Entscheider zu überzeugen fiel ihr nicht besonders schwer, schließlich konnte sie aus erster Hand von den Vorzügen einer solchen Unterstützung berichten, da sie selbst noch Stipendiatin war, als sie an der Fachhochschule Bielefeld International Studies studiert hat. Aus Sicht einer Studentin lassen sich die Vorteile eines Stipendiums laut von Behren schnell auf den Punkt bringen: „Die Miete war schon einmal jeden Monat gesichert und ich hatte mehr Zeit zum Lernen.“ Denn Stipendiaten erhalten über den Studienfonds OWL monatlich 300 Euro, auf ein Jahr gerechnet ergibt das 3.600 Euro Förderung. Drei Nebenjobs erschweren das Studium Von Behren, die zu den besten zehn Prozent ihres Jahrgangs gehört, erhält die Zusage auf ihre Bewerbung nach ihrem Bachelorabschluss. Im Masterstudium kann sich die Studentin dann dank des Stipendiums vor allem auf ihr Studium konzentrieren. „Gerade in der Endphase war diese finanzielle Sicherheit im Hintergrund etwas sehr Positives“, sagt von Behren. „Die Gruppen- und Projektarbeiten zum Ende des Studiums waren noch einmal deutlich anspruchsvoller und ich wollte natürlich gute Leistungen abliefern.“ Mit drei Nebenjobs wäre ihr das nicht so leicht gefallen. „Diese Situation hatte ich während meines Bachelorstudiums. Das war schon sehr kräftezehrend.“ Ihre Unabhängigkeit sah von Behren durch die finanzielle Unterstützung zu keinem Zeitpunkt gefährdet. „Bei mir hat sich niemand eingemischt“, sagt von Behren. Die Förderung über den Studienfonds OWL durch Unternehmen oder andere Spender habe keinerlei Verpflichtungen mit sich gebracht. Vielmehr bietet der Studienfonds OWL neben der finanziellen Förderung auch ein ideelles Förderprogramm an, an dem sich Unternehmen und andere Förderer beteiligen können. Unternehmen profitieren auf lange Sicht Direkten Einfluss auf Studenten zu nehmen, sei auch gar nicht das Ziel, bestätigt Melitta-Sprecherin Annika von Hollen. „Natürlich geht es uns darum, guten Nachwuchs für uns zu gewinnen. Darum ist es gut, bei Studenten im Gespräch und als Unternehmen bekannt zu sein.“ Effekte erhoffe sich das Unternehmen am Ende eher mittel- bis langfristig und nicht unmittelbar. „Dass wir im Bereich Personalgewinnung etwas tun müssen, ist uns bewusst. Wir sind zwar nicht verzweifelt, merken aber, dass der Nachwuchs nicht Schlange steht“, ergänzt von Hollen. Das gelte insbesondere für Unternehmen in ländlichen Regionen wie Ostwestfalen-Lippen, wie Melitta in Minden. Welche Studenten Melitta über den Studienfonds OWL unterstützt, kann das Unternehmen nicht selbst bestimmen. „Wir entscheiden jedoch, welche Disziplin wir unterstützen und können auch angeben, dass wir einen Studenten aus der Region unterstützen möchten“, erklärt von Hollen.

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