Zu kaufen gibt es hier nichts mehr: Nur die Schaufensterpuppen halten in diesem leeren Geschäft noch Stellung.
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Zu kaufen gibt es hier nichts mehr: Nur die Schaufensterpuppen halten in diesem leeren Geschäft noch Stellung.
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Einzelhandel Studie: Bis zu 20.000 Geschäfte in NRW könnten verschwinden

Das Online-Geschäft setzt den Einzelhandel unter Druck

Köln (lnw). Von den heute noch knapp 110.000 Einzelhandelsgeschäften in Nordrhein-Westfalen werden einer Studie zufolge bis 2030 wahrscheinlich 13.000 bis 20.000 verschwinden. „Wir gehen von einem immer brutaler werdenden Wettbewerb aus", sagte Boris Hedde vom Institut für Handelsforschung (IFH)  in Köln. „Der Druck ist massiv da." Er gehe vor allem vom Online-Handel und von der Verstädterung aus. Abgesehen von der klassischen Versorgungsfunktion mit Lebensmitteln und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs werde der Einzelhandel voraussichtlich vorrangig an attraktiven Standorten in den größeren Städten stattfinden. Konsumenten würden künftig immer bewusster zwischen Versorgungs- und Erlebniseinkäufen unterscheiden. "Es gibt keinen Grund zur Schwarzmalerei" „Ich glaube fest daran, dass die Menschen im Jahr 2030 noch immer in die Innenstädte gehen werden", sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP), der die Studie des IFH in Auftrag gegeben hatte. Diese Innenstädte würden dann aber anders aussehen. Bestimmte Geschäfte werde es nicht mehr geben, andere würden dazukommen. „Es gibt keinen Grund zur Schwarzmalerei, aber viele Gründe zum Handeln", sagte Pinkwart. „Der Erfolg für uns hängt an einer zentralen Voraussetzung, und das ist die Attraktivität unserer Innenstädte", sagte der Chef von Galeria Karstadt Kaufhof, Stephan Fanderl. „Wir müssen und müssen und müssen dafür kämpfen, dass die Frequenz in unseren Innenstädten erhalten bleibt." Dazu sei „konzertiertes Handeln" erforderlich. Einkaufszone als Freizeiterlebnis Frank Rehme vom Projekt „futurecitylangenfeld" sagte, der Kunde der Zukunft werde nicht mehr in erster Linie in die Einkaufszone fahren, um sich zu versorgen, sondern um dort seine Freizeit zu verbringen. Natürlich müsse ihm dafür ein entsprechendes Erlebnis geboten werden. Die Innenstädte müssten attraktiv aussehen mit ansprechendem Stadtmobiliar, Begrünung, Wasser und vor allem einem interessanten Ladenmix. Es seien wesentlich die unverwechselbaren kleinen Geschäfte, die Kunden anlockten. Sie verkauften zum Teil selbst entwickelte Produkte, die es woanders überhaupt nicht gebe. Selbstverständlich müssten die Innenstädte auch gut erreichbar sein. Die Attraktivität der deutschen Innenstädte lässt für immer mehr Menschen deutlich zu wünschen übrig. Das ergab eine Studie, die das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) im Januar vorlegte. Die Innenstädte in OWL steigern ihre Attraktivität - bleiben aber trotzdem nur im Mittelfeld.

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