Beliebtes Urlaubsziel: Am Strand von Arenal beginnt bald die Saison - für Raucher aber könnten gravierende Einschnitte kommen. - © picture alliance
Beliebtes Urlaubsziel: Am Strand von Arenal beginnt bald die Saison - für Raucher aber könnten gravierende Einschnitte kommen. | © picture alliance

Umweltschutz Mallorca: Gilt an Stränden bald Rauchverbot?

Das Meer an Zigarettenkippen wird auf den balearischen Inseln allmählich zum Umweltproblem.

Palma de Mallorca. An etlichen Stränden im Urlaubsland Spanien ist Rauchen bereits verboten, nun will auch die Touristenhochburg Mallorca die Raucher von den Playas verbannen. Das Gesundheitsministerium der Balearen, zu denen Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera gehören, will den Ferienorten nahelegen, an ihren Stränden Rauchverbote zu verhängen – entweder komplett oder an bestimmten Küstenabschnitten. Schon nach den Osterferien sollen entsprechende Schritte auf einem Treffen zwischen der balearischen Regionalregierung und den Rathäusern der Inselorte beraten werden. Galicien als Vorbild Vorbild für den balearischen Anti-Qualm-Plan sei die spanische Atlantikregion Galicien, teilte das Gesundheitsministerium in der Mallorca-Hauptstadt Palma mit. In Galicien ist bereits an 79 Ferienstränden das Rauchen verboten. Man habe dort sehr gute Erfahrungen mit den rauchfreien Playas gemacht. „Wenn wir rauchfreie Strände und Buchten haben, wird dies für viele Urlauber, die zu uns kommen, ein zusätzlicher Anreiz sein", sagte Maria Ramos, die im Ministerium für den Gesundheitsschutz in der Öffentlichkeit zuständig ist. Strafen sollen aber nicht verhängt werden, sagte Ramos. Es gehe vielmehr um die Sensibilisierung der rauchenden Badegäste. Ihnen soll bewusst gemacht werden, dass ihr gesundheitsschädliches Qualmen unerwünscht sei und dass die zurückbleibenden Zigarettenstummel die Strände verschmutzen. In der anrollenden Urlaubssaison 2019 soll nun ein Pilotversuch mit der Anti-Tabak-Kampagne gestartet werden. Dafür wolle man möglichst mehrere Urlaubsorte gewinnen. Wird also demnächst auch an der Playa de Palma, zu der die beliebte „Ballermann"-Partymeile gehört, das Rauchen beschränkt? "Konsum von Tabak hat hier nichts verloren" „Jedes Mal, wenn wir uns eine Zigarette anzünden, setzen wir uns und unsere Mitmenschen einem Gesundheitsrisiko aus", heißt es in der Infobroschüre, die an Galiciens Stränden an die rauchenden Besucher verteilt wird. Und: „Der Strand ist ein Freizeitort, um das Leben mit der Familie, den Freunden und in der Natur zu genießen. Der Konsum von Tabak hat hier nichts zu suchen." Mit ähnlichen Slogans soll demnächst auch an Mallorcas Traumstränden für verantwortungsvolles Verhalten der Raucher geworben werden. Viele spanische Strandparadiese versuchen schon seit Jahren, gegen das Meer von Zigarettenstummel zu kämpfen, die vor allem in der Hochsaison im Sand zurückbleiben. Nur die wenigstens Raucher sammeln nach dem Badetag ihre Kippen wieder ein, um sie dann ordentlich in einem Papierkorb zu entsorgen. Manche Urlaubsorte wie etwa die Mallorca-Gemeinde Calvià verteilen mittlerweile kleine Aschenbecher an die Raucher, damit sie nicht länger mit Asche und Zigarettenfilter den Sand verschmutzen. Reinigung ist mühsame Handarbeit Die Reinigung der Strände von Zigarettenreste sei aufwendige Handarbeit, heißt es in den Rathäusern der Küstenorte, dafür gebe es keine Maschinen. Ein Umweltproblem, das nicht zu unterschätzen ist: Im letzten Sommer sammelten Freiwillige an Mallorcas Stränden mehr als 100.000 Zigarettenstummel ein. Und dies sei nur ein verschwindend kleiner Teil jener Stummel gewesen, die im Sand verstreut herumliegen, berichteten die beteiligten Umweltschützer. Einige spanische Urlaubsgemeinden greifen inzwischen zu drastischeren Methoden, um gegen den Rauch und die Zigarettenreste an den Stränden zu kämpfen: Im Urlaubsort Mogán auf Gran Canaria zum Beispiel werden inzwischen Geldstrafen von bis zu 450 Euro gegen jene verhängt, welche sich an den rauchfreien Stränden der Feriengemeinde eine Zigarette anstecken.

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