Nicht immer ist sofort ersichtlich, wo geparkt werden darf. - © Pixabay
Nicht immer ist sofort ersichtlich, wo geparkt werden darf. | © Pixabay

München/Bielefeld ADAC warnt Oster-Urlauber vor Strafen im Ausland

Straßenverkehr: Oster-Urlauber sollten sich über die Verkehrsregeln im Ferienland gut informieren. Für Verstöße winkt häufig eine hohes Bußgeld

München/Bielefeld. Kaum stehen die Ferien an, geht es für viele Deutsche mit dem Auto in den Urlaub. Doch damit Zuhause nicht schon ein Knöllchen wartet, sollten Urlauber die Regeln im Gastland kennen. Denn Handy am Steuer oder zu schnelles Fahren kann schnell ins Geld gehen. Und: Wo gilt die Null-Promille-Grenze? Die meisten europäischen Reiseländer gehen deutlich härter gegen Verkehrssünder vor als Deutschland, teilt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) mit. Das Spektrum reiche von hohen Geldbußen über Freiheitsentzug bis zur Beschlagnahmung des Fahrzeugs. Unbekannte Regeln stellen Autofahrer vor Herausforderungen, sagt Ralf Collatz, Pressesprecher des ADAC-OWL. "Abweichende Vorfahrtsregelungen für Straßenbahnen zu Beispiel." In Italien etwa seien historische Innenstädte vielfach für Autos gesperrt. Das sollten Urlauber wissen, denn "die Hinweisschilder sind nicht immer sofort ersichtlich", so Collatz. In einigen Ländern seien Parkflächen nur durch Markierungen am Rand ersichtlich. Steht das Auto falsch, kann es teuer werden. Besonders kostspielig wird falsches Parken etwa in Spanien (bis 200 Euro) und den Niederlanden (95 Euro), auf Zypern (85 Euro) und in Dänemark (70 Euro). In Deutschland geht es bei 10 Euro los. Für Alkoholfahrten droht in Spanien Gefängnis Temposünder werden insbesondere in Norwegen zur Kasse gebeten: Wer hier das zulässige Limit um 20 Stundenkilometer überschreitet, riskiert ein Bußgeld von mindestens 480 Euro. In Schweden werden für das gleiche Vergehen 230 Euro fällig, in Finnland 200 Euro, in Italien 175 Euro und in den Niederlanden 170 Euro. Das Bußgeld in Deutschland: höchstens 35 Euro. Auch das Fahren unter Alkoholeinfluss ist kein Kavaliersdelikt. In Italien werden bei mehr als 0,5 Promille im Blut mindestens 530 Euro fällig. Wer hier jedoch mit 1,5 Promille oder mehr erwischt wird, dem droht laut ADAC die Enteignung des Fahrzeugs, "sofern Fahrer und Halter identisch sind." Eine ähnliche Regelung bestehe in Dänemark ab 2,0 Promille. "In Schweden und Spanien klicken bei 1,0 Promille beziehungsweise 1,2 Promille sogar die Handschellen." In Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Rumänien gilt die Null-Promille Grenze. Nicht telefonieren, aber anschnallen Ebenfalls teuer werden kann das Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung. In den Niederlanden, Großbritannien, Spanien und Dänemark liegen die Bußgelder hierfür bei rund 200 Euro. Und auch das Anschnallen sollten Urlauber nicht vergessen: In Spanien und Dänemark werden 200 Euro fällig, in Griechenland gar 350. "Viele europäische Länder schicken die Bescheide direkt an die Halter der Fahrzeuge", erklärt Ralf Collatz. Denn das Kraftfahrtbundesamt könne die Daten über ein Amtshilfeabkommen an die Länder weitergeben. Wenn das Knöllchen aus dem Ausland kommt, sollten es Autofahrer möglichst schnell bezahlen. "Italien, Frankreich und Spanien beispielsweise gewähren bei Sofortzahlung zum Teil hohe Rabatte", so der ADAC-Experte. Wenn der Bescheid fehlerhaft oder der Betrag zu hoch scheint, empfiehlt der ADAC, juristischen Beistand zu suchen und gegebenenfalls Einspruch einzulegen.

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