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Protestaktion: In Hannover traten Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter und Erzieher bereits am Montag in den Warnstreik. - © picture alliance/dpa
Protestaktion: In Hannover traten Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter und Erzieher bereits am Montag in den Warnstreik. | © picture alliance/dpa

Tarifkonflikt Lehrerstreik trifft Schulen und Universitäten in OWL

Derzeit laufen die Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes. Bisher ohne Ergebnis. Die GEW ruft nun zum ganztägigen Warnstreik auf

David Knapp
11.02.2019 | Stand 11.02.2019, 21:14 Uhr

Bielefeld. Das zweite Schulhalbjahr hat gerade begonnen, da drohen am Donnerstag schon erste Unterrichtsausfälle. „Wir mobilisieren in allen sieben Kreisen", sagt Sabine Unger, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in OWL. Weil in den ersten beiden Verhandlungsrunden mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) keine Einigung erzielt werden konnte, ruft die GEW zum Warnstreik auf. Vom hiesigen Arbeitskampf könnten Schulen und Universitäten in den Kreisen Bielefeld, Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn betroffen sein. „Wir gehen davon aus, dass der Unterricht an den Schulen beeinflusst wird", sagt Dietmar Winsel, stellvertretender Vorsitzender der GEW in OWL und Mitglied der Bundestarifkommission. Bisher sei in der aktuellen Tarifrunde kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt worden. „Deshalb müssen wir dem Arbeitgeber signalisieren, dass er sich bewegen muss. Auf der einen Seite wird gesagt, dass es kein Geld gibt. Auf der anderen Seite fehlen die Lehrkräfte." Der Job müsse für Tarifbeschäftigte attraktiv sein, anders sei der Mangel nicht zu bewältigen, sagt Winsel. Bei der zentralen Kundgebung um 12 Uhr auf dem Bielefelder Jahnplatz erwartet er 300 bis 500 Teilnehmer. Nicht alle Streikenden reisen nach Bielefeld Insgesamt gehe man aber davon aus, dass die Zahl der Streikenden höher ist, aber nicht alle nach Bielefeld reisen. Denn allein in NRW arbeiten 40.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte. Barbara Ritter, Vorsitzende der GEW Gütersloh: „Wir hoffen darauf, dass sich die angestellten Lehrkräfte in großer Zahl an unserem Warnstreik beteiligen werden und auf diese Weise ihre demokratischen Grundrechte wahrnehmen." Der öffentliche Dienst könne nur durch eine gute Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen attraktiv bleiben. Sie rechnet mit Beeinträchtigungen des Schulbetriebs in Gütersloh und Umgebung. Die GEW hofft zudem auf die Solidarität der verbeamteten Lehrer, „nicht als Vertretung streikender Kolleginnen und Kollegen tätig zu werden". Prozess der Haushaltskonsolidierung Der Arbeitgeber verweist darauf, dass man noch in einem frühen Stadium der Verhandlungen sei. Dass man divergierende Meinungen habe, sei klar. Es sei das gute Recht der Gewerkschaften zu streiken. In Anbetracht der aktuellen Inflation bezeichnet der TdL-Vorsitzende Matthias Kollatz die Lohnerhöhungen aber als „völlig überzogen". Die Länder befänden sich weiterhin im Prozess der Haushaltskonsolidierung. Dieser dürfe nicht durch übertrieben hohe Lohnabschlüsse gefährdet werden. Dennoch geht man bei der TdL davon aus, dass es zu einem Ergebnis kommen wird.

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