Parksünder gibt es auch in OWL - wie in diesem Fall eines recht kleinen Fahrzeugs, das in Bad Oeynhausen gleich mehr als einen Platz benötigt. - © Jürgen Krüger
Parksünder gibt es auch in OWL - wie in diesem Fall eines recht kleinen Fahrzeugs, das in Bad Oeynhausen gleich mehr als einen Platz benötigt. | © Jürgen Krüger

Düsseldorf/Bielefeld Parkhaus-Betreiber werden kreativ: Doppelte Gebühr für schlechtes Parken

Häufig blockieren große Autos zwei Parkbuchten. Ein Düsseldorfer Parkhaus will Parksünder jetzt doppelt zur Kasse bitten


Düsseldorf/Bielefeld. Die Einfahrten sind oft eng, in den Kurven auf dem Weg nach oben staut sich die Wagen-Kolonne und dann werden die letzten verbleibenden Parkbuchten auch noch zugestellt: In vielen deutschen Parkhäusern geht es immer rauer zu. Besonders ärgerlich für Betreiber und Kunden: Besitzer großer oder kleiner Autos, die gleich zwei Parkbuchten blockieren. In Düsseldorf will ein Parkhausbetreiber für so eine Rücksichtslosigkeit jetzt zur Kasse bitten. In Düsseldorf will ein Parkhausbetreiber jetzt doppelt zur Kasse bitten Im Gespräch mit der Rheinischen Post schildert Giovanni Carnella seinen Unmut: "Das regt mich wirklich auf. Besonders, wenn das Parkhaus ohnehin schon voll ist und jede freie Lücke benötigt wird", sagt Carnella, der seit sieben Jahren in einem großen Parkhaus in der Düsseldorfer Innenstadt arbeitet. Deshalb hat er nun an der Einfahrt direkt am Parkticketautomat ein Hinweisschild angebracht, auf dem vor dem Fehlverhalten gewarnt und darauf hingewiesen wird, innerhalb der Linien zu parken. Andernfalls werde es teuer: „Beim nächsten Mal werden zwei Stellplätze in Rechnung gestellt." Bislang finden sich solche Warnschilder erst in ganz wenigen Parkhäusern. Beim Bundesverband Parken, in dem sich Betreiber von Parkhäusern und Tiefgaragen in ganz Deutschland organisiert haben,  findet man die Idee mit den Hinweisschildern gut. „Dieses Falschparken ist immer wieder ein Thema für unsere Mitglieder", sagt Geschäftsführerin Elisabeth Herles. Wie groß genau das Problem ist und wie oft sich zum Beispiel vorbildliche Autofahrer über Parksünder beschweren, werde allerdings nicht systematisch erfasst. Bundesverband fordert Mindesbreite von 2,50 Meter für Parkbuchten Zwar sei nicht alleine die Größe eines Fahrzeuges ausschlaggebend dafür, wie geschickt eingeparkt wird, das Problem der Autos die schneller als die dazugehörigen Parkbuchten an Breite gewinnen, kennt aber auch Elisabeth Herles. Laut einer Studie des Bundesverbandes Parken sind die Autos in den vergangenen 20 Jahren deutlich größer geworden. Mittelklassewagen haben demnach durchschnittlich 30 Zentimeter an Breite zugelegt. Darum plädiert ihr Verband für eine Standardbreite von 2,50 Meter für Parkplätze bei Neubauten. "Kein Parkhausbetreiber hat etwas davon alleine aus Gründen der Gewinnmaximierung den zur Verfügung stehenden Platz in möglichst viele Stellplätze zu unterteilen", sagt Herles. "Das schadet den Besitzern am Ende nur selbst." Für NRW ist das Ziel zumindest in greifbare Nähe gerückt. Die neue Garagenverdordnung sieht eine Mindesbreite von 2,45 Meter statt wie zuvor 2,30 Metern vor. Allerdings gilt dieses Gesetz nur für neu gebaute Parkhäuser und Tiefgaragen oder solche, die umgebaut werden. In Bielefeld setzt man auf Dialog "Wenn Renovierungsarbeiten anstehen, nutzen wir das aus", erklärt Thomas Kunz, Geschäftsführer der Pro Einzelhandel OWL. Das Unternehmen betreibt in Bielefeld fünf Parkhäuser mit aktuell rund 2.000 Stellplätzen. Kunden beschwerten sich hin und wieder über das Parkverhalten anderer Fahrer. Maßnahmen wie in Düsseldorf gibt es aber nicht. Man setzt auf den Dialog: "Die Mitarbeiter im Parkhaus sprechen die Fahrer vor Ort an. Meistens sehen die Leute das Problem dann ein." In Paderborn sind die Stellplätze ebenfalls Thema. "Wir arbeiten allerdings mit Hinweiszetteln, die Mitarbeiter auf die Windschutzscheibe der Fahrer klemmen", erklärt Dietmar Regener, stellvertretender Betriebsleiter des städtischen Abfall- und Entsorgungsdienstes, der mehrere Parkhäuser in der Stadt betreibt. Komfort kostet Geld Der ADAC fordert wie der Bundesverband Parken seit Jahren eine Mindestbreite von 2,50 Meter bei Parkplätzen, die neu errichtet werden - "vorausgesetzt, es ist baulich möglich", wie Ralf Collatz vom ADAC Ostwestfalen-Lippe einschränkt. Breitere Parkplätze würden sich letztlich auch für die Parkplatzbetreiber auszahlen. "Denn Komfort kostet Geld und der würde sich auf die Parkgebühren niederschlagen." Ähnlich sieht das Elisabeth Herles. Grundsätzlich seien auch alternative Modelle, wie sie zum Beispiel schon an manchen Flughäfen praktiziert werden, denkbar. Das sogenannte "Business Parking" ermöglicht den Kunden extra breite Parkbuchten - allerdings auch für einen extra Aufschlag bei den Gebühren.

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