Moderner Zug: Der Flirt3 ist erst seit kurzem im Einsatz. Nun müssen die Züge in die Werkstatt. - © Keolis
Moderner Zug: Der Flirt3 ist erst seit kurzem im Einsatz. Nun müssen die Züge in die Werkstatt. | © Keolis

Störungen im Bahnverkehr Chaos bei der Eurobahn: Zugausfälle bis Sonntag

Schmor- und Brandgefahr: Fahrten fallen aus, weil elf Züge in die Werkstatt müssen. Die Reparaturen werden Tage dauern

Dirk Müller
30.01.2019 | Stand 30.01.2019, 13:58 Uhr
Matthias Bungeroth

Bielefeld. Fahrgäste der Eurobahn sind seit Dienstagabend auf einigen Strecken erneut mit Einschränkungen und Ärger konfrontiert. Der Grund: Elf Züge müssen zur Reparatur in die Werkstatt. Es sei  mit Zugausfällen oder Unregelmäßigkeiten im Fahrbetrieb zu rechnen, teilte die  Eurobahn mit. Das zum Keolis-Konzern gehörende Unternehmen arbeite an einem Ersatzverkehr mit Bussen, heißt es in einer Mitteilung. Betroffen sind demzufolge die Eurobahnlinien RB 61 (Bielefeld-Herford-Bünde-Hengelo). Hier kommt es aktuell zu Halteausfällen, die sich auf den gesamten Dienstag Vormittags-Fahrplan  in der Zeit von 7.18 Uhr bis 12.41 Uhr erstrecken, wie Europahn-Sprecherin Nicole Pizzuti gegen über unserer Zeitung bestätigte.  Auf den Strecken RB 50 (Münster-Dortmund) sowie  RB 65 (Münster-Rheine) und RB 66 (Münster-Osnabrück) sei mit Kapazitätseinschränkungen zu rechnen. Das heißt, hier gibt es ein verringertes Sitzplatzangebot, weil Züge verkürzt werden, um bei einigen Wagen die Sicherheitsüberprüfung vornehmen zu können. "Es ist außerordentlich bedauerlich für unsere Fahrgäste sowie auch für uns als Unternehmen, dass die Sperrung unserer Flirt3-Flotte stattfinden muss", sagt Christian Bischoff, Bereichsleiter Fahrzeugmanagement der Eurobahn. "Es gibt ein Risiko von Schmor- und Brandschäden" Jeweils fünf Fahrzeuge dieses Typs die auf dem Hellweg-Netz unterwegs sind, sowie acht, die auf dem Teutoburger-Wald-Netz fahren, seien betroffen. "Hintergrund sind Schäden an einer bestimmten Kabelverbindung des Batteriebordnetzes, die ein Risiko von Schmoor- und Brandschäden bergen", sagt Bischoff laut Mitteilung. Die Überprüfung nehme pro Fahrzeug etwa vier Stunden in Anspruch, wenn alles reibungslos verlaufe. "Keolis bedauert es sehr, dass es zu Kapazitätsabweichungen sowie zu Zugausfällen  kommen wird", heißt es. "Unsere Leitstelle bewegt aktuell alle Hebel, um einen Busnotverkehr einrichten zu können." Fahrgäste werden gebeten, sich auf der Homepage der Eurobahn zur aktuellen Verkehrslage zu informieren:   https://www.eurobahn.de/verkehrslage Darüber hinaus gibt es eine kostenfreie Servicehotline unter der Nummer:  00800 387 622 46. Die aktuell eingesetzten und von dem Defekt betroffenen Fahrzeuge laufen laut Eurobahn bis zu den Standorten Rheine und Münster.  "Im Anschluss werden diese in die Werkstätten in Münster sowie in die Betriebswerkstatt nach Hamm-Heessen gefahren", wie das Unternehmen weiter mitteilt. Auf diese Weise müssen elf der insgesamt dreizehn Fahrzeuge dieses Typs in die Werkstatt überführt werden. Gemeinsam mit dem Zughersteller Stadler, der unverzüglich Personal zur schnellen Sicherheitsüberprüfung bereitsgestellt habe, werden die Prüfungen und möglicherweise daraus resultierende Reparaturen voraussichtlich bis Sonntag, 3. Febraur, abgeschlossen sein. Besonders ärgerlich: Die betroffenen Fahrzeuge sind erst seit Dezember vergangenen Jahres im Betrieb. Der für die Sicherheit zuständige Eisenbahnbetriebsleiter habe aber die  Mängel festgestellt und die Sicherheitsüberprüfung angeordnet, so Unternehmenssprecherin Nicole Pizzuti gegenüber unserer Zeitung. "Sobald die Fahrzeuge geprüft wurden und alle Sicherheitsprüfungen bestehen, werden diese wieder zukzessive in den Betrieb zurückgeführt", teilt die Eurobahn mit. Für das Unternehmen kommt dieser Zwischenfall zur Unzeit. Die Eurobahn war im Vorjahr bereits zweimal vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe abgemahnt worden. Hintergrund waren Zugausfälle aufgrund von Personalmangel und Problemen bei der Bereitstellung von Zugmaterial.      

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