Verspätungen sind für Kunden ärgerlich. Was sie tun können, klären wir im Artikel. - © Eike J. Horstmann
Verspätungen sind für Kunden ärgerlich. Was sie tun können, klären wir im Artikel. | © Eike J. Horstmann

Zugverspätungen und Ausfälle: Das steht Bahnkunden zu

Frankfurt/Main (AFP). Viele Bahnreisende regen sich über unpünktliche Züge auf. Oft haben sie Anspruch auf Entschädigung: Ab 20 Minuten Wenn Bahnreisende erwarten können, dass ihr Zug den Zielbahnhof mit einer Verspätung von mehr als 20 Minuten erreichen wird, verfällt die Zugbindung. Quellen dafür sind beispielsweise die Verspätungsangaben im Internet, der Bahn-App, auf den Anzeigetafeln und in den Durchsagen. Dann dürfen die Betroffenen den nächstbesten, aber auch spätere Züge nehmen und sind nicht mehr an eine bestimmte Route gebunden. Wer einen teureren Zug nimmt (zum Beispiel statt des Regionalexpresses einen ICE), muss zunächst ein neues Ticket kaufen oder einen Aufpreis zahlen. Das bezahlte Geld kann er sich später aber wieder erstatten lassen. Länder-Tickets, das Schöne-Wochenende-Ticket und das Quer-durchs-Land-Ticket sind von der Regelung ausgenommen. Ab 60 Minuten Wer mit einer Verspätung von mehr als einer Stunde am Ziel ankommen dürfte, kann die Reise nicht antreten und sich den Fahrpreis erstatten lassen. Bahnreisenden, die schon unterwegs sind, können die Reise abbrechen und sich einen Anteil des Preises auszahlen lassen - oder zum Ausgangsbahnhof zurückkehren und den gesamt Preis zurückfordern. Entschließen sie sich, trotzdem weiter zu fahren, haben sie Anrecht auf Erstattung eines Viertels des Fahrtpreises. Ab zwei Stunden Verspätung ist es die Hälfte. Für Zeitkarten und regionale Angebote gibt es Pauschalen. Entschädigungen einfordern Um eine Entschädigung zu bekommen, müssen sich die Betroffenen ein Fahrgastrechte-Formular besorgen und ausfüllen. Das Formular wird manchmal im Zug ausgeteilt, ansonsten bekommen die Fahrgäste es an der Information, im Reisezentrum oder im Internet zum Selbstausdrucken. Anschließend müssen sie es zusammen mit der Fahrkarte oder einer Kopie bei einem Reisezentrum der Bahn abgeben, oder per Post an das Servicecenter Fahrgastrechte in Frankfurt am Main schicken. Das Servicecenter hat dann 28 Tage Zeit, den Antrag zu bearbeiten. Kunden können Entschädigungen noch bis zu ein Jahr nach der Verspätung verlangen. Die Bahn empfiehlt, sich die Verspätung von einem Schaffner oder dem Personal an einer Information auf dem Formular bestätigen zu lassen. Bei Zeitkarten sowie Nichtantritt oder Abbruch der Reise wegen Verspätung ist das Pflicht. In den letzten beiden Fällen muss die Originalfahrkarte eingereicht werden. Entschädigungsbeträge von weniger als vier Euro werden nicht ausgezahlt. Wer mit einer Entscheidung des Servicecenters nicht einverstanden ist, kann sich an eine Schlichtungsstelle wenden. Kosten für Taxi und Hotel Wer auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen muss, um noch zum Ziel zu kommen, kann die Kosten dafür bis zu einer Höhe von 80 Euro unter bestimmten Bedingungen von der Bahn zurückfordern. So muss die planmäßige Ankunftszeit zwischen 00.00 und 05.00 Uhr liegen und der Zug mindestens eine Stunde Verspätung haben. Alternativ haben Kunden Ansprüche, wenn die letzte planmäßige Verbindung des Tages ausfällt. Wer auch mit dem Taxi nicht mehr heim kommt, dem zahlt die Bahn die Übernachtung. Sie erstattet die Kosten aber nur, wenn sie kein anderes Reisemittel oder eine eigene Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen kann. Deshalb sollten Bahnreisende immer vorab mit dem Servicepersonal sprechen, das auch die Verspätung bestätigen muss. Anschließend müssen die Betroffenen ihre Kosten per Fahrgastrechte-Formular und beigelegten Originalfahrschein und Originalquittungen einfordern. Verfallene Reservierung Haben Bahnreisende die 4,50 Euro für eine Reservierung investiert und fehlt dann der Wagen oder der ganze Zug fällt aus, so können sie sich das Geld wieder zurückholen. Dafür müssen sie Fahrgastrechte-Formular sowie Originale des Fahrscheins und der Reservierung einreichen. Externe Dienstleister Wem das dauernde Ausfüllen der Formulare zu aufwendig ist, der kann auf externe Dienstleister im Internet zurückgreifen, die die Entschädigung für einen einfordern. Allerdings kostet das Geld.

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