In Kürze beginnt die Heizsaison, deshalb benötigen viele Verbraucher Heizöl. - © picture alliance
In Kürze beginnt die Heizsaison, deshalb benötigen viele Verbraucher Heizöl. | © picture alliance

Berlin/Bielefeld Millionen Heizöl-Verbrauchern droht ein teurer Herbst

Teuer: Noch stärker als die Spritpreise steigen die Kosten für Heizöl. In OWL zahlen Kunden im Schnitt 74 Cent pro Liter. Die Gründe für den Preisschock liegen im In- und Ausland.

Carolin Nieder-Entgelmeier

Berlin/Bielefeld. Der Preis für Heizöl hat in Deutschland seinen höchsten Stand seit vier Jahren erreicht. 100 Liter kosten im bundesweiten Schnitt 77 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 25 Prozent. Unsicherheiten am Rohölmarkt, Niedrigwasser am Rhein, verringerte Raffineriekapazitäten in Nord- und Westdeutschland und ein Raffineriebrand in Süddeutschland sind für den Preisanstieg verantwortlich. Mit Blick auf die nahende Heizsaison droht Millionen Verbrauchern in Deutschland ein teurer Herbst. „Seit Mitte August steigt die Heizölnachfrage deutlich. Der Startschuss für den Schlussspurt ist gefallen", erklärt Oliver Klapschus, Sprecher des Vergleichsportals „Heizoel 24", dem rund 500 Händler aus Deutschland ihre Preise melden. „Da die Preise bereits seit Jahresbeginn vergleichsweise hoch sind, haben viele Verbraucher abgewartet, doch nun laufen die Tanks leer und viele Verbraucher habe keine andere Wahl mehr, als zu bestellen." Zwei Effekte sorgen aktuell für den hohen Preis. Zum einen die geopolitische Lage. Vor allem die Unsicherheiten durch den ungelösten Konflikt zwischen den USA und dem Iran bedeuten weniger Spielraum nach unten. „Da die Heizölpreise auch ein Spiegelbild der Rohölnotierungen an den Börsen sind, reagieren sie eher auf politische Unruhen, Lieferengpässe oder Konjunkturdaten als auf die Jahreszeit", erklärt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte. "Außergewöhnlich schwierige Versorgungssituation in Deutschland" Zudem besteht aktuell eine außergewöhnlich schwierige Versorgungssituation in Deutschland. „Wegen der monatelangen Trockenphase führen viele Flüsse Niedrigwasser, deshalb sind weniger Öltransporte möglich", erklärt Klapschus. „Auf dem Rhein können Schiffe aktuell nicht mal die Hälfte der üblichen Ladung aufnehmen." Zudem gebe es von Hamburg bis Köln verringerte Raffineriekapazitäten aufgrund von Wartungsarbeiten, die teils bis in den Oktober dauern. „Verschärft wird die Situation noch durch einen Raffineriebrand in der bayerischen Stadt Vohburg", sagt Klapschus. „All diese Faktoren im Inland sorgen im Zusammenspiel mit der geopolitischen Lage zu der Preissteigerung." Klapschus geht davon aus, dass die Preise kurzfristig weiter auf dem hohen Niveau bleiben werden. In Süddeutschland ist der Heizölpreis mit 83 Cent pro Liter aktuell am höchsten. Bundesweit sind es durchschnittlich 77 Cent. In OWL sind es 74 Cent. „Normalerweise liegt der Preis in der Region aufgrund der günstigen logistischen Lage noch weiter unter dem bundesweiten Durchschnitt", erklärt Klapschus.

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