Die Jäger fordern Änderungen im Jagdgesetz. - © picture alliance / Friso Gentsch/dpa
Die Jäger fordern Änderungen im Jagdgesetz. | © picture alliance / Friso Gentsch/dpa

Bielefeld NRWs Jäger wollen alte Jagdregelungen zurück – der NABU nicht

Die Waidmänner fordern Änderungen im Jagdgesetz. Der Naturschutzbund ist dagegen

Bielefeld. Das derzeitige Landesjagdgesetz hat offenkundige Mängel – zumindest wenn es nach den Jägern geht. Deswegen fordern sie Änderungen, die Entscheidungen der alten Landesregierung rückgängig machen. Der NABU ist dagegen. Die Rot-Grüne Landesregierung hat in der Novellierung des Jagdgesetzes die Pflichthegeschauen abgeschafft. Das ist eine Art Abschusskontrolle, bei der andere Jäger und die nichtjagende Bevölkerung kontrollieren können, ob der Jäger waidgerecht gejagt hat. „Es ist nicht die Intention dabei die größten und stärksten Stücke zu zeigen", sagt Andreas Schneider, Sprecher beim Landesjagdverband NRW. Vielmehr gehe es um die Darstellung des Facettenreichtums – daran seien auch Wissenschaftler interessiert. Streit um Finanzierung der Hegeschau Die Jägerschaft in NRW möchte diese Hegeschauen wieder einführen, um ihre Arbeit transparent zu machen. Der NABU hingegen befürchtet, dass es den Jägern nur darum ginge, die Schauen von der Kommune organisieren und finanzieren zu lassen. „Sie können sie gern für sich organisieren. Ich bezweifle, dass die breite Bevölkerung Interesse an der Teilnahme hat", sagt Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des NABU. „Das ist Blödsinn. Die Hegeschauen werden von den Jägerschaften organisiert und finanziert. Niemand möchte, dass die Kommune das bezahlt", argumentiert Schneider dagegen. Die Abschaffung unter der rot-grünen Landesregierung hatte unter den Jägern zu großem Ärger geführt. Sie habe nur einen Zweck gehabt, so Schneider: „Böse Zungen sagen, dass damit die bildliche Präsenz der Jäger in der Öffentlichkeit verschwinden sollte." Das solle sich ändern. Veränderte Wahrnehmung von Jägern Allgemein sei das politische Klima seit dem Regierungswechsel deutlich besser für die Jäger: „Inzwischen findet ein Dialog auf Augenhöhe statt." Auch das sieht der NABU anders. „Was die letzte Landesregierung gemacht hat, war sinnvoll", so Tumbrinck. Die Einführung der Pflichthege ist nur eine Forderung, die die Rückkehr zu einem alten Gesetzesstand bedeutet. Auch die Unberührtheitsklausel für die Jagd in Naturschutzgebieten steht auf dem Prüfstand. Die Rot-Grüne-Landesregierung hatte sie abgeschafft. „Das hieß, dass sich die Jagd bestimmten Naturschutzbedingungen unterordnen musste. Zum Beispiel durfte während der Vogelmauser nicht gejagt werden", erklärt der NABU-Landesvorsitzende. Der Wunsch nach einer einheitlichen und dauerhaften Regelung ist groß Um der Ausbreitung von Seuchen wie der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen, möchten die Jäger diese Klausel nun wieder im Gesetz verankert sehen. „Dadurch würde es keine weißen Flecken auf der Landkarte mehr geben. Wildschweine sind sehr intelligente Tiere, die genau merken, wenn sie irgendwo sicher sind und sich dorthin zurückziehen", sagt Schneider. Die Fronten sind verhärtet, doch es gibt auch gemeinsame Wünsche. „Insgesamt ist dieses Hin und Her je nach Regierung nicht gut. Besser wäre es, wenn es sich endlich einpendeln würde", wünscht sich Tumbrinck und auch Schneider äußert sich ähnlich. Wie das genau aussehen soll, darüber ist man hingegen auch uneins.

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