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Landwirte zeigen sich angesichts von Dürre und Trockenheit besorgt. - © picture alliance/Armin Weigel/dpa
Landwirte zeigen sich angesichts von Dürre und Trockenheit besorgt. | © picture alliance/Armin Weigel/dpa

Münster Bauernverband fordert eine Milliarde Euro wegen Ernteausfällen

Die Felder sind knochentrocken, da wächst kein Gras mehr. Für die Bauern bedeutet das vor allem: die Ernte wird richtig schlecht, sie müssen an die Ersparnisse gehen oder auf die Hilfe des Staates hoffen.

30.07.2018 | Stand 30.07.2018, 12:44 Uhr

Bonn/Münster (dpa) - Der Deutsche Bauernverband fordert angesichts der dürrebedingten Ernteausfälle finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern in Höhe von einer Milliarde Euro. "Eine Milliarde wäre wünschenswert, um die Ausfälle auszugleichen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) lässt derzeit Hilfen des Bundes für die von der Dürre betroffenen Bauern prüfen. Dem Bauernverband zufolge zeichnen sich schon jetzt in Teilen des Landes große Ernteausfälle ab, weil etwa Getreide und Gras nicht ausreichend wachsen. Auch Tierfutter droht deswegen knapp zu werden. „Wir brauchen sowohl kurzfristige als auch langfristige Lösungen, denn in solchen Extremsituationen fragt man sich natürlich unweigerlich, was die nächsten Jahre an Überraschungen mit sich bringen", sagte Marilena Kipp, die Sprecherin des Rheinischen Landwirtschaftsverband (RLV), der Deutschen Presse-Agentur vor dem Treffen. Schon jetzt wird das Winterfutter angebrochen Herbere Verluste werden beim Mais befürchtet. So spricht der Landwirtschaftsverband im Rheinland von Einbrüchen bis zu 40 Prozent. Probleme macht die Dürre auch den Milchviehhaltern: Sie sind auf Mais und Gras als Futter angewiesen. „Bereits jetzt wird das Winterfutter angebrochen, da die Weiden nicht mehr genug hergeben", sagte RLV-Sprecherin Kipp. Die jährlichen Direktzahlungen der EU müssten früher ausgezahlt werden, damit Liquiditätsengpässe überwunden würden. Von denen seien derzeit vor allem Milchbauern betroffen, die Futter zukaufen müssen. Möglich sei es auch, Flächen, die sich eigentlich erholen sollen, mit sogenannten Zwischenfrüchten zu bestellen. „Diese ökologischen Vorrangflächen für die Beweidung oder Mahd freizugeben, könnte die Situation bei der Futtermittelknappheit zusätzlich entspannen", sagte Kipp. Die Landesregierung hält sich mit Forderungen an den Bund zunächst zurück: „Nordrhein-Westfalen wird sich intensiv für die Entwicklung praktikabler Maßnahmen einsetzen", teilte das Umweltministerium im Vorfeld der Gespräche mit. „Wir werden uns dabei für möglichst unbürokratische Verfahrensweisen stark machen." NRW ist mit blauem Auge davongekommen Das Land hatte bereits gefordert, dass Anträge auf Steuerstundung unbürokratisch beschieden werden müssten. „Wir sehen uns durchaus auch in der Eigenverantwortung für solche extremen Wetterlagen vorzusorgen, doch das könnte unterstützt werden", sagte auch Hans-Heinrich Berghorn vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV). Das Sparen für mögliche Ernteausfälle könnte leichter fallen, wenn zum Beispiel Risikorücklagen steuerlich begünstigt würden. Im Vergleich zu Regionen im Osten Deutschlands seien die Landwirte bei der Getreideernte in NRW im Schnitt aber mit einem blauen Auge davongekommen. „Die Ernte war auch bei uns nicht gut. Aber sie war nicht so flächendeckend katastrophal wie andernorts", sagte Berghorn.

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