Diesefahrzeuge, die nach dem Skandal kein Soft- oder Hardware-Update bekommen haben, könnten bald stillgelegt werden. - © picture alliance
Diesefahrzeuge, die nach dem Skandal kein Soft- oder Hardware-Update bekommen haben, könnten bald stillgelegt werden. | © picture alliance

Köln 2.300 Dieseln in NRW droht Stilllegung

Letzte Chance: Viele Halter haben die Frist für den Rückruf wegen illegaler Abschaltevorrichtungen verstreichen lassen. Jetzt müssen sie schnell handeln

Köln (lvn). Mehr als 2.300 Autobesitzer in NRW haben ihre Diesel-Fahrzeuge noch immer nicht umgerüstet. Das hat eine Abfrage des WDR bei allen Zulassungsstellen der Kreise und kreisfreien Städte in NRW ergeben. Bis April hatten Fahrzeughalter Zeit, kostenlose Software-Updates durchzuführen. Ein Teil hat diese Frist aber verstreichen lassen: Im Kreis Minden-Lübbecke sind es 102 Fahrzeughalter, denen nun die Stilllegung droht, in Gütersloh 67, in Lippe 60, in Paderborn 56, in Höxter 42, Herford kommt auf 31. Betroffen sind VW- und Audi-Modelle der Baujahre 2009 bis 2014 mit dem Dieselmotor EA 189. Viele Zulassungsstellen haben den Haltern ein allerletztes Ultimatum gesetzt. Die Fristen fallen unterschiedlich aus - je nach Kommune zwischen acht und neunzig Tagen. Fahrzeughalter wehren sich Diesel-Besitzer im Kreis Herford haben nur acht Tage Zeit zur Mängelbeseitigung; im Kreis Lippe sind es hingegen noch mal 30 Tage. Lässt der Fahrzeughalter diese Frist allerdings wieder verstreichen, muss er damit rechnen, dass der Diesel komplett aus dem Verkehr gezogen wird. Zum Zeitpunkt der Abfrage bei den Zulassungsstellen hatten von insgesamt 2.550 gemeldeten Fahrzeughaltern nur 170 bereits eine Nachrüstung vornehmen lassen oder ihr Fahrzeug ganz abgemeldet. Da es noch keine einheitliche Rechtssprechung zu diesem Thema gibt, versuchen sich viele Diesel-Halter noch gegen das Fahrverbot zu wehren. Laut WDR liegen derzeit zwei Fälle aus Köln und Krefeld zur Eilentscheidung beim Oberverwaltungsgericht in Münster. ¦ Wirtschaft

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