Werden Kinder mit Handicap ausgegrenzt? - © picture alliance
Werden Kinder mit Handicap ausgegrenzt? | © picture alliance

Düsseldorf Vorwurf: NRW grenzt Kinder mit Handicap aus

Die Opposition übt scharfe Kritik an der Landesregierung

Florian Pfitzner

Düsseldorf. Die neu geregelte schulische Inklusion stößt bei der Opposition im Landtag auf Kritik. Die SPD wirft der schwarz-gelben NRW-Regierung vor, Kinder mit Handicap auszugrenzen. Vielen Eltern würde am Ende die Wahl verwehrt, „wenn sie vor Ort zwar die Möglichkeit einer Förderschule haben, es aber immer weniger Angebote des gemeinsamen Lernens gibt", sagte SPD-Vizefraktionschefin Eva-Maria Voigt-Küppers. Die Landesregierung rühme sich mit der Schaffung weiterer Stellen, tatsächlich besetzen könne sie sie aber nicht, weil Fachkräfte fehlten. Gebauer weist Vorwürfe zurück NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) wies die Vorwürfe zurück. Die Regierung wolle den Eltern von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf „echte Wahlmöglichkeiten" zwischen Förder- und Regelschulen bieten. Die rot-grüne Vorgängerregierung habe die Inklusion verhindert, weil sie die Regelschulen nicht mit ausreichend Personal versorgt und keine Qualitätsstandards gesetzt habe. Nach den Plänen von CDU und FDP müssen weiterführende Schulen künftig ein pädagogisches Inklusionskonzept sowie genug Räume haben, um gemeinsames Lernen anzubieten. Zudem sollen dort vermehrt Sonderpädagogen arbeiten. Lehrer müssen an entsprechenden Fortbildungen teilnehmen. Die Mindener Landtagsabgeordnete Kirstin Korte (CDU) sieht einen „Umschwung bei der Inklusion eingeläutet". Sie kritisierte die Einführung der Inklusion durch die Vorgängerregierung als „völlig übereilt". Der geplante Schließungsstopp der Förderschulen sei ein entscheidender Beitrag zu einer ausgewogenen Inklusion. „Denn nicht für jedes Kind ist die Regelschule der beste Förderort."

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