Bahn-Gäste in OWL müssen gerade viel Geduld haben. - © Pixabay
Bahn-Gäste in OWL müssen gerade viel Geduld haben. | © Pixabay

Bielefeld Bahnbaustellen in OWL: Ersatzverkehr sorgt für heiße Debatten

Am Bielefelder Hauptbahnhof läuft noch nicht alles wie geplant. Fahrgäste suchen die richtigen Bushaltestellen

Matthias Bungeroth
19.06.2018 | Stand 19.06.2018, 13:43 Uhr

Bielefeld/Horn-Bad Meinberg. Gleich am frühen Morgen gibt es Ärger. Der für 5.50 Uhr geplante Zug von Horn-Bad Meinberg nach Bielefeld kommt am Montag nicht, wie unser Leser Jürgen Kaupert berichtet. „Da streicht man die Regionalbahn RB 82 nach Bielefeld komplett und die einzig verbleibende Verbindung fällt dann noch aus", klagt Kaupert. „Das ist natürlich ärgerlich für die Fahrgäste", sagt Eurobahn-Sprecherin Nicole Pizzuti auf Anfrage. In diesem Fall sei die kurzfristige Krankmeldung eines Triebfahrzeugführers Ursache des Zugausfalls gewesen. Diese habe man so schnell nicht auffangen können. Auch ein weiterer Zug sei am Vormittag ausgefallen. Erschwerte Bedingungen also für die Zugreisenden in Ostwestfalen-Lippe, die aufgrund von Bauarbeiten an drei Bahnbrücken in Bielefeld ohnehin viele Änderungen wie teilweise geänderte Fahrzeiten, Zugausfälle oder Schienenersatzverkehr mit Bussen auf sich nehmen müssen. So wie Simone Pflug-Yeboa aus dem Bielefelder Stadtteil Eckardtsheim. Ein Rat für Eisenbahnunternehmen Sie ist gerade am Bielefelder Hauptbahnhof aus einem Bus ausgestiegen, der als Ersatz für die Sennebahn ab Sennestadt bis Bielefeld verkehrt. „Ich finde das nicht in Ordnung", kritisiert sie die Neuerung. Die Fahrt per Bus dauere viel länger als mit dem Zug. „Es ist nervig. Vor allem, wenn der Bus voll wird." Doch es gibt auch positive Stimmen unter den Fahrgästen. Rosemarie Iborg aus Steinhagen etwa, die täglich zwischen ihrem Wohnort und Bielefeld im „Haller Willem" hin- und her pendelt und beim Laufen auf die Benutzung eines Gehwagens angewiesen ist. „Ich habe keine Probleme", sagt sie, als sie aus dem Bus steigt, der gerade vom Queller Bahnhof in Bielefeld eingetroffen ist. Das Umsteigen vom Zug in den Bus sei bequem, die Nutzung auch für in der Mobilität eingeschränkte Personen möglich. Einen Rat für die Eisenbahnunternehmen hat sie allerdings auch. Die Abstimmung zwischen Zug und Ersatzbus müsse besser werden. Hintergrund: Am Samstagabend sei der Ersatzbus zehn Minuten verspätet gekommen und der Bus bereits abgefahren. Die Fahrgäste hätten somit eine Stunde warten müssen. Schwieriger Weg zum Tennisturnier Gerry Weber Open Etliche andere Fahrgäste wollen, wie in dieser Woche nicht anders zu erwarten, ab Bielefeld nach Halle zum Tennisturnier Gerry Weber Open. Sie müssen oft erst suchen, bis sie die genaue Haltestelle ihres Ersatzbusses nach Quelle finden, so wie zwei Fahrgäste aus Montabaur. „Da gibt es an den Wartehäuschen bald noch Schilder Richtung Sennestadt und Quelle", sagt Winfried Erichlandwehr, Geschäftsführer des Unternehmens Teutoburger Wald Verkehr aus Rheda-Wiedenbrück, das den Ersatzverkehr zu großen Teilen bewerkstelligt. Die anderen stellt die Bahn-Tochter BVO. „Wir haben 27 Busse im Einsatz", sagt Stefan Honerkamp, stellvertretender Geschäftsführer des Nahverkehrsverbundes VVOWL. Auch er ist gekommen, um sich vor Ort ein Bild vom Funktionieren des Ersatzverkehrs und des Baustellenfahrplans zu machen, der zunächst bis Mitte März 2019 gelten wird. Sein erstes Fazit: „Die Fahrpläne halten der Theorie stand." Man werde aber einige kleinere Dinge noch nachbessern.

realisiert durch evolver group