In Sachen Elektrogeräte erhalten die Verbraucher mehr Rechte. - © picture alliance / dpa
In Sachen Elektrogeräte erhalten die Verbraucher mehr Rechte. | © picture alliance / dpa

Bielefeld Verbraucher sollen beim Kauf von Elektrogeräten besser geschützt werden

Die Länder wollen die Langlebigkeit von Produkten fördern und zugleich die Verbraucherrechte stärken. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug

Bielefeld/Saarbrücken. Die Käufer von Elektrogeräten sollen besser geschützt werden. Sie sollen in Zukunft fünf Jahre lang die Gelegenheit haben, Mängel zu beanstanden. Zurzeit gilt die sogenannte Gewährleistungsfrist für langlebige Geräte nur zwei Jahre. Sie beginnt ab der Übergabe der Ware. Innerhalb dieser Frist haftet der Verkäufer für Mängel und muss nachbessern, also das Produkt reparieren oder für eine Ersatzlieferung sorgen. Künftig hätte der Käufer dann fünf Jahre Zeit, um Mängel geltend zu machen. Entschieden wurde das bei einem Treffen der Verbraucherschutzminister der Länder in Saarbrücken. In ihrem Beschluss, der nun vom Bund umgesetzt werden soll, sprachen sich die Minister auch für die Einführung einer Kennzeichnungspflicht über die Mindestlebensdauer von Produkten aus. Auch die zu Gunsten von Verbrauchern geltende Beweislastumkehr soll auf zwei Jahre verlängert werden. Das bedeutet: Wenn ein Mangel in den ersten zwei Jahren auftritt, muss der Verkäufer beweisen, dass dieser nicht schon bei Übergabe der Ware vorlag. Erst danach muss der Käufer beweisen, dass das Produkt schon beim Kauf einen Mangel hatte. Aktuell gilt die Beweislastumkehr nur in den ersten sechs Monaten. Verbraucherzentrale hält Interessen der Käufer für nicht ausreichend geschützt „Aus unserer Sicht sind Verbraucher beim Kauf von langlebigen Gütern wie Elektrogeräten nach derzeitiger Gesetzeslage nicht ausreichend geschützt", sagt Michelle Jahn von der Verbraucherzentrale NRW. Die Verlängerung der Beweislastumkehr und die Verlängerung der Gewährleistungsfrist begrüße sie daher. Die Pläne gehen ihr aber nicht weit genug: „Bei langlebigen Produkten wie beispielsweise Kraftfahrzeugen wäre es darüber hinaus wünschenswert, die Frist gegebenenfalls auch bis zur erwartbaren Lebensdauer zu erhöhen", so Jahn. Die Verbraucherzentrale sei auch dafür, die Beweislastumkehr auf die volle Gewährleistungszeit von zukünftig dann fünf Jahren zu erstrecken. Carsten Prudent, Sprecher bei Miele, hält das jedoch für eine zu starke Belastung des Handels. „Bei Premiumanbietern wie Miele gibt es in den ersten Jahren nach Ablauf der Garantie ohnedies so gut wie keine Qualitätsprobleme", sagt Prudent. An der Lebensdauer von Miele-Produkten habe sich nichts geändert, sagt er. Der Vorsitzende der Ministerkonferenz, Saarlands Ressortchef Reinhold Jost (SPD), kritisierte, dass die kurze Lebensdauer von Elektrogeräten „richtig ins Geld" gehe. „Auch die Müllberge, die daraus entstehen, und der Ressourcenverbrauch für Neuanschaffungen sind eine enorme Belastung für die Umwelt", sagte Jost.

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