Die Drogeriekette Rossmann wirbt zum Weltfrauentag mit dem Spruch "Rossfrau". - © picture alliance/chromorange
Die Drogeriekette Rossmann wirbt zum Weltfrauentag mit dem Spruch "Rossfrau". | © picture alliance/chromorange

Bielefeld Die Werbebranche nutzt den Frauentag ganz speziell

Lena Vanessa Niewald
Yvonne Glandien

Bielefeld. „Heraus zum Internationalen Frauentag!" – Diesen Spruch gab es auf Plakaten zu Versammlungen und Kundgebungen bereits 1914 zu sehen. Und auch heute gehen Frauen am 8. März noch vielerorts auf die Straßen. Daneben machen sich etliche Unternehmen den Anlass zunutze und werben mit vermeintlicher Frauenfreundlichkeit – mit zum Teil kuriosem Ausmaß. Die Drogeriekette Rossmann wirbt in vielen Städten mit dem Slogan „Lass die Frau raus" – daneben prangt das Logo der Kette, abgeändert in „Rossfrau". Auch die Filiale Bielefeld springt auf diese Marketingidee auf. Die Aktion liefert vor allem im sozialen Netzwerk Facebook viel Diskussionsmaterial: „Lasst den Quatsch", kommentiert eine Kundin, „wir sind ganz normale Menschen, keine Wunderwesen, die an jeder Ecke auf ein Podest gestellt werden müssen. Mit solchen Aktionen tut ihr den Frauen definitiv keinen Gefallen." Eine weitere Kundin meint unter einem Foto der Werbekampagne: „.Ich fordere in der logischen Konsequenz das Michelin-Männchen in Michelin-Frauchen und Männertreu in Frauentreu umzubenennen." Die Drogeriekette Douglas wirbt zum Weltfrauentag mit der Kampagne „Do it for You". Im Werbespot macht sich eine Frau für ein vermeintliches Date fertig, nur um dann ihren Vater zu treffen. Damit solle das Bewusstsein gestärkt werden, dass es um die Freude am Schönmachen geht, nicht um die Erwartungen anderer. Für noch mehr Empörung sorgte aber jüngst ein Vorschlag der Gleichstellungsbeauftragten des Familienministeriums, Kristin Rose-Möhring. Sie sprach sich tatsächlich für eine Änderung der deutschen Nationalhymne aus. Die Hymne solle geschlechtsneutral formuliert werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ über ihren Sprecher verkünden, dass eine solche Änderung ihrer Meinung nach nicht notwendig sei. Auch Bundespräsident Steinmeier sprach sich gegen den Vorschlag aus. In Neumünster fokussiert sich der öffentliche Nahverkehr am heutigen Weltfrauentag komplett auf das weibliche Geschlecht. Frauen dürfen ab 17 Uhr kostenlos mit den örtlichen Stadtbussen fahren. Die Begründung der Stadtwerke: „Wir möchten gerade weiblichen Fahrgästen die Möglichkeit bieten, die sichere Beförderung in unseren Bussen zu testen." Die wohl größte Veranstaltung zum Weltfrauentag in OWL wird heute in Bielefeld stattfinden. Um 17 Uhr rufen der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland unter dem Motto „Wir verändern" zu einer Demonstration auf. Start ist am Hauptbahnhof. Von dort geht es zum Jahnplatz, wo es eine große Kundgebung geben wird. Begleitet wird der Demonstrationszug von einer Sambagruppe.

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