Erklärung: Matthias Gundler (l.), Bauleiter der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft, zeigt LWL-Direktor Matthias Löb die Baustelle. - © Alex Lehn
Erklärung: Matthias Gundler (l.), Bauleiter der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft, zeigt LWL-Direktor Matthias Löb die Baustelle. | © Alex Lehn

Porta Westfalica Kaiser-Wilhelm-Denkmal in neuem Glanz

Wiedereröffnung: Im Juli kann das 88 Meter hohe Monument bei Porta Westfalica wieder besichtigt werden. Ein neues Besucherzentrum und ein Panorama-Restaurant locken mit Attraktionen

Carsten Korfesmeyer

Porta Westfalica. Matthias Löb nennt das Kaiser-Wilhelm-Denkmal schon jetzt ein herausragendes Ausflugsziel. Und dass die Zahl der jährlichen Gäste mit der Wiedereröffnung am 8. Juli steigen wird, steht für den Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) felsenfest. "Trotzdem sollten wir mit unseren Prognosen in diese Hinsicht eher zurückhaltend sein", sagt er. Von jetzt etwa 120.000 Besuchern gehe er künftig von etwa 30.000 mehr aus. Zulegen werde vor allem die Verweildauer, die der LWL-Chef aktuell bei etwa 15 Minuten sieht. Löb geht davon aus, dass sich die Menschen künftig deutlich länger als eine Stunde am zweitgrößten Denkmal Deutschlands aufhalten werden. Bei seinem Besuch auf der Baustelle wirkt der Mann aus Münster zufrieden und auch ein wenig stolz auf das, was er den aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten Journalisten zeigen kann. Zehn Wochen sei es her, dass er zuletzt am Kaiser war. "Der Fortschritt ist deutlich zu erkennen." Die Arbeiten kämen planmäßig voran und mit Überraschungen rechne er nicht mehr. "Der Eröffnungstermin steht", sagt Löb auf Nachfrage. Unerwartete Ereignisse habe es allerdings gegeben - vor allem in der Anfangsphase. "Der Boden war eine Herausforderung", erzählt der LWL-Direktor. 25.000 Kubikmeter Erdreich seien für die Baugrube bewegt und 3.800 Tonnen Beton für die Standfestigkeit in den Sockel des Monuments gegossen worden. "Nicht die Stollen, sondern kleine Klüften und Spalten machten uns phasenweise die Arbeit schwer", sagt Matthias Gundler. Barrierefrei nach der Neugestaltung Er ist Prokurist und Bauleiter der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltung (WLV), einer Tochtergesellschaft des LWL. 270 Kleinbohrpfähle seien 30 Meter tief in die Erde gebohrt worden, damit das Gebäude sicher steht. Probleme mit dem Erdreich habe es schon 1896 gegeben, kurze Zeit nach der Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals. Dass die Sanierungsarbeiten überhaupt erfolgen mussten, ist eine Folge des Krieges. Teile der Ringterrasse waren 1946 eingestürzt, als die Briten aus Sicherheitsgründen die Stollen im Berg gesprengt hatten. "Jetzt wir der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt", sagt Gundler. Vom Parkplatz bis zur Baustelle sind es rund 300 Meter, auf denen es eine 3,1-prozentige Steigung gibt. "Hier ist alles barrierefrei", heißt es von Löb. Die beiden Eingänge verfügen über einen Lift und nachdem man die Stufen des Eingangsgebäudes hinunter gegangen ist, stehen Löb, Gundler und die rund 20 Journalisten im künftigen Besucherzentrum. Der Übergang zum Panoramarestaurant "Wilhelm 1896" werde fließend verlaufen - und beim LWL wird erwartet, dass sich zwischen Gastronomie und Information einiges an Synergien ergeben wird. "Die Fußbodenheizung läuft schon", sagt Gundler. Seine Besucher weist er auf die vielen Kabel und Drähte hin, die aus Wänden und Fußboden ragen. Baulärm macht es immer wieder schwierig, den Ausführungen des WLV-Prokuristen zu folgen. Von der schönen Aussicht, die der Mann aus Münster als "einzigartig" und "wunderschön" bezeichnet, ist allerdings noch nichts zu sehen. Holz ist in die wiederhergestellten Ringbögen gesetzt, in die später die Außenfenster kommen.

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