Das Haus der Geschichte in Bonn, das Land NRW soll ein eigenes Haus der Geschichte erhalten. - © picture alliance / Oliver Berg/dpa
Das Haus der Geschichte in Bonn, das Land NRW soll ein eigenes Haus der Geschichte erhalten. | © picture alliance / Oliver Berg/dpa

Düsseldorf Mehr als nur ein historisches Museum

Beschluss: Nordrhein-Westfalen erhält ein "Haus der Geschichte"

Lothar Schmalen

Düsseldorf. Nach dem Vorbild des Hauses der Geschichte in Bonn, wo die deutsche Zeitgeschichte seit 1945 dargestellt wird, soll in Düsseldorf ein "Haus der Geschichte von Nordrhein-Westfalen" entstehen. Der NRW-Landtag hat die ersten Gelder dafür freigegeben und beschlossen, dass eine überparteiliche Planungsgruppe eingesetzt wird. Sie soll ein Konzept für das Haus erarbeiten. Das Haus der Geschichte soll dabei mehr als nur ein historisches Museum werden. Es solle eine Verbindung von Forschungsinstitut und Ausstellungsstätte sein, sagte Rainer Bovermann, SPD-Abgeordneter und Professor für Politikwissenschaft, im Landtag. Der Beschluss wurde mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und FDP gefasst. Die AfD stimmte dagegen, auch weil sie an den Beratungen im Vorfeld nicht beteiligt worden war. Schon am Tag zuvor hatte der Landtag im Zuge seiner Haushaltsverabschiedung 750.000 Euro für die ersten Planungen freigegeben. Als führende Köpfe der Planungskommission sind nach Informationen dieser Zeitung Guido Hitze und Andreas Kost im Gespräch. Hitze ist Historiker und Christdemokrat, Kost Politikwissenschaftler und stellvertretender Leiter der Landeszentrale für politische Bildung. Er gilt als der SPD nahestehend. Die Arbeit der Planungskommission wird politisch von einem zehnköpfigen Kuratorium begleitet, dem unter anderem das vierköpfige Präsidium des Landtags angehören soll. Als möglicher Standort für das "Haus der Geschichte" gilt die Villa Horion, unmittelbar in der Nähe des Landtags in Düsseldorf gelegen. Sie wird zurzeit auch vom Landtag genutzt, unter anderem als "Haus der Parlamentsgeschichte". Im Beschluss des Landtags heißt es: "Das bereits bestehende Haus der Parlamentsgeschichte kann Grundlage und eigenständiger Bestandteil sein." Als Standorte wurden in Düsseldorf auch das Wasserschloss Kalkum, das seit 2014 leer steht, und Schloss Jägerhof genannt. Dort war früher die Gemäldesammlung des Landes untergebracht. Heute ist darin das Düsseldorfer Goethe-Museum zuhause. Sprecher der Fraktionen warnten vor der Illusion, das neue Haus der Geschichte könne bereits in Kürze eröffnet werden. "Es bedarf einer intensiven wissenschaftlichen Debatte, bevor es so weit ist", sagte auch NRW-Kulturministerin Isabell Pfeiffer-Poensgen (parteilos). CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen hatte bereits früher gesagt, dass das "Haus der Geschichte" vielleicht ein schönes Geschenk zum 75. Geburtstag des Landes im Jahr 2021 werden könnte. Ob es aber bis dahin wirklich realisiert sei, bleibe abzuwarten.

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