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Digitaler Unterricht: Auch dabei soll Logineo NRW helfen. - © picture alliance / Patrick Seeger/dpa
Digitaler Unterricht: Auch dabei soll Logineo NRW helfen. | © picture alliance / Patrick Seeger/dpa

Düsseldorf Lernplattform Logineo NRW mangelhaft: Landesregierung stoppt Auslieferung

Die technischen Mängel sind größer als erwartet: Die digitale Arbeitsplattform „Logineo NRW“ wird den Schulen in NRW nicht wie geplant nach den Herbstferien zur Verfügung stehen.

Carolin Nieder-Entgelmeier
24.10.2017 | Stand 24.10.2017, 17:12 Uhr

Düsseldorf. Die technischen Mängel sind größer als erwartet: Die digitale Arbeitsplattform „Logineo NRW" wird den Schulen in NRW nicht wie geplant nach den Herbstferien zur Verfügung stehen. „Derzeit liegt keine fehlerfreie Version in der erforderlichen Qualität vor", schreibt der Sprecher der Medienberatung NRW, Georg Weber, in einer Stellungnahme. „Das System erfüllt die Anforderungen der Medienberatung derzeit nicht. Die Mängel sind so bedeutsam, dass eine Abnahme des Produkts nicht vorgenommen werden konnte." Der mit der Programmierung beauftragte IT-Dienstleister, das kommunale Rechenzentrum Niederrhein, sei aufgefordert worden, die vertraglich vereinbarten Anforderungen umzusetzen und die bestehenden Mängel zu beheben. Im Wesentlichen handelt es sich laut Weber bei den Mängeln um Probleme bei der Anpassung und Integration verschiedener Open Source Produkte in „Logineo NRW", „die unerlässlich und aufgrund der hohen datenschutzrechtlichen Sicherheitsanforderungen notwendig sind". Außerdem bestehen Fehler beim Schnittstellenmanagement, die bisher nicht beseitigt werden konnten. Einführung von "Logineo" stockt seit langem Wann die Schulen in NRW endlich auf die digitale Arbeitsplattform zugreifen können, ist weiter unklar. „Wir werden nur ein Produkt abnehmen und den Schulen ausliefern, das fehlerfrei funktioniert und alle Erfordernisse der Beteiligten sicher erfüllen kann. Für die Medienberatung gelten die Grundsätze: Sorgfalt vor Schnelligkeit und Entlastung vor Belastung", erklärt Weber. Die Einführung von „Logineo NRW" stockt seit langem. Eigentlich sollten Schulen bereits 2016 die Möglichkeit haben, die digitale Arbeitsplattform zu nutzen, um das digitale Chaos an Schulen endlich beenden zu können. Datenschützer und Gewerkschaften kritisieren die sieben Millionen Euro teure Entwicklung zudem wegen massiver datenschutzrechtlicher Bedenken, da sensible Schülerdaten wie Fördergutachten und Zeugnisse in einer Cloud gespeichert werden können und Lehrer von Zuhause mit privaten Endgeräten auf diese Daten zugreifen können. Zum anderen gibt es Zweifel an der Funktionalität und Konkurrenzfähigkeit, da es sich laut der Computerzeitschrift CT bei „Logineo NRW" lediglich um ein Basisgerüst für den digitalen Unterricht handelt.

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