Die ehemalige Fernsehmoderatorin Eva Herman verlässt  während der Aufzeichnung in Hamburg die Talkshow "Johannes B. Kerner". - © picture-alliance/ dpa
Die ehemalige Fernsehmoderatorin Eva Herman verlässt  während der Aufzeichnung in Hamburg die Talkshow "Johannes B. Kerner". | © picture-alliance/ dpa

Fernsehen Talk-Show Eklats, die in die Geschichte eingingen

Viele Menschen haben mal einen schwachen Moment. Passiert es allerdings im Fernsehen vor laufender Kamera, dann finden das fast alle amüsant

Teresa Kröger
13.07.2017 | Stand 02.03.2018, 12:23 Uhr

Bielefeld. Politiker, Autoren - fast jeder Menschhat manchmal einen schwachen Moment. Doch vor laufender Kamera istdie allgemeine Empörung meist groß. Beste Beispiele sind die Fälle Bosbach, Eva Herman und Frauke Petry. Fall Eva Herman Das ganze Drama begann mit einem Vergleich der Autorin Eva Herman, die in ihrem Buch „Das Arche-Noah-Prinzip" das heutige Mutterbild mit der NS-Diktatur verglich. („Wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde") Das alleine schon kostete Sie ihren Job als Moderatorin beim NDR. Dann gab ihr Johannes B. Kerner die Chance, sich zu den brisanten Vergleichen vor laufender Kamera zu rechtfertigen. Das Ganze endete in einer Art öffentlichen Hinrichtung am 9. Oktober 2007, die ganze 50. Minuten andauerte. Dann schmiss Kerner seinen Talk-Gast Eva Hermann mit folgenden Worten aus der Sendung: „Eva, ich habe mich entschieden, mit meinen drei Gästen weiterzureden – mich von dir zu verabschieden." Frauke Petry vs. Anne Will Es war von Beginn an eine Show mit Streitpotenzial. Das kontrovers diskutierte Thema lautete „Integration per Gesetz - Wer soll zu Deutschland gehören?" Die passenden Gäste dazu schien man auch gefunden zu haben: Frauke Petry von der AfD, Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, Dietmar Bartsch von der Linkspartei und den Bundesinnenminister Thomas de Maizière. So richtig, wie von einigen erwartet, flogen die Fetzen zwar nicht, aber Anne Will schaffte es, dass Frauke Petry sprachlos war. Einer der wohl eher seltenen Momente im Leben der AfD-Politikerin. Auch Til Schweiger verlor sein Pokerface in einer Show Anfang 2011 wollte Til Schweiger seinen damals neuen Film „Kokowääh" präsentieren. An sich ein harmloses Thema, doch am Ende der Sendung redet die Schauspielerin Anja Wille über ihren Sohn, der einem Sexualstraftäter zum Opfer fiel und starb. Daraufhin brach eine richtige Wutrede aus dem renommierten Schauspieler heraus. Joachim Bublath flüchtete vor kuriosen Aussagen von Nina Hagen 2007 äußerte Nina Hagen ihre Theorie über Außerirdische in der Sendung „Menschen bei Maischberger". Als Nina Hagen offenbarte, dass sie von Ufos abgeholt und von Außerirdischen entführt wurde, reicht es Fernsehmoderator Joachim Bublath und geht aus der Sendung. Seine Worte waren, er hab ja nicht gewusst, dass es sich hierbei um eine Therapiesitzung handle, und verließ die Show.

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